Die Zeit heilt alle… Kameras?

Kurz nach unserer Hochzeit bekam ich von meinen Eltern eine Spiegelreflexkamera geschenkt. Davor hatte ich immer nur Kompaktkameras zum Fotografieren gehabt, die Spiegelreflexkamera war da eine ganz andere Liga.

Damals nahm ich sie mit nach Taiwan, wo die hohe Luftfeuchtigkeit ihr ziemlich zusetzte – also zumindest denke ich, dass es daran lag. Plötzlich ging der Spiegel manchmal nicht mehr richtig zu, was zu komplett überbelichteten Fotos führte. Da auf das Gerät noch Garantie war, gab ich sie beim Hersteller ab, der sie auch wieder reparierte. Leider trat das Problem kurze Zeit später erneut auf, und da war die Garantie dann schon abgelaufen.

2013 kaufte ich mir also die Pentax Q10, ein kleine Systemkamera. Die macht durchaus auch schöne Fotos, und dank des geringeren Gewichts war das auch nicht immer so eine Plackerei. Aber sie macht halt nicht so schöne Fotos wie die K-r. Und das ärgerte mich, denn letztendlich versauerte die K-r im Schrank, während ich mit der Q10 nicht so super zufrieden war.

Also beschloss ich die K-r für unseren Shikoku-Urlaub wieder zu entstauben. Es wäre einfach zu schade, sie nicht zu verwenden. Und siehe da: Das Problem mit dem Spiegel besteht nicht mehr. Nach langer Zeit im Schrank hat die Kamera scheinbar Selbstheilungskräfte entwickelt. 🙂 Finde ich persönlich jetzt nicht so schlecht. Mal schauen, ob das auch nach drei Tagen Shikoku noch so ist.

Wünscht mir Glück. 😉

Und ich habe natürlich kein neues Objektiv gekauft. Wirklich nicht. So glaubt mir doch! (F 1.8, 50mm 😀 )

ドイツ語を勉強中!

Letztes Jahr, als mein Mann zwischen zwei Jobs war, fing er an, wieder ernsthaft Deutsch zu lernen. Leider hielt das nur für kurze Zeit an, denn im neuen Job gab es viel zu tun und dann lernte er auch wieder so schrecklich viel für seinen Architektentest.

Letztens haben wir wieder angefangen. Natürlich hat das nicht allzu viel System, ich bin schließlich keine Deutschlehrerin, aber irgendwie klappt es. Über ganz alltägliche Sachen können wir ein bisschen reden: Was willst du heute essen? Was müssen wir einkaufen? Wirklich tiefgründig ist das natürlich nicht, aber das muss es auch noch gar nicht sein. Ich versuche wirklich sehr, meinen Mann nicht mit dreißig Millionen Grammatikregeln zu vergraulen. 😀

Tatsächlich wird mein Mann schon seit Ewigkeiten immer wieder gefragt, ob er Deutsch spricht. Und tatsächlich hat er etwa genauso lang beklagt, dass er die Sprache nicht spricht, obwohl er sie so cool findet. Ich persönlich fand es immer super gut, dass wir auf Japanisch reden, denn erstens wurde mein Japanisch so besser und zweitens sprach ich in meinem alten Job den ganzen Tag Englisch. Da wollte ich nicht auch noch in meiner Freizeit kein Japanisch sprechen.

Inzwischen fände ich es aber ziemlich gut, wenn mein Mann Deutsch spräche. Es würde die Kommunikation, wenn meine Eltern da sind, einfacher machen. Wenn wir ein Kind haben, ist es auch nur von Vorteil – denn schließlich spricht ganz Japan Japanisch, Deutsch sprechen aber nur wenige. 🙂 Ich will übrigens nicht unbedingt, dass mein Mann unserem Kind Deutsch beibringt – es geht mir vordergründig darum, dass mein Mann versteht, worüber ich mit unserem Kind rede.

Damit wir zumindest etwas Orientierung haben, waren wir letztes Wochenende bei einem großen Buchladen und kauften ein Lehrbuch und ein Arbeitsbuch für Deutsch als Fremdsprache. Die Reihe „Menschen“ von Hueber hatte mir eine Freundin empfohlen, und im Buchladen machte sie einen guten Eindruck auf mich. Die japanischen Lehrbücher sind natürlich auch nicht schlecht, aber da wird meist sehr viel erklärt, was durchaus in Verwirrung mündet, und, was viel schlimmer ist, die Lesung wird in Katakana angegeben. Das ist meiner Meinung nach sowieso der größte Grund, warum Japaner so eigenartiges Englisch sprechen: Wenn im Lehrbuch über „Skirt“ die Aussprache als スカート (Sukaato) angegeben wird, kann das ja gar nicht gut gehen. Im Deutschen ist es ähnlich: „Auf Wiedersehen“ wird dann zu アウフ ウィダーゼーヘン (Aufu Widaazeehen), was zwar ähnlich klingt, aber eben auch nicht richtig. Jetzt muss mein Mann sich an das, was im Alphabet dort steht, halten, und es geht tatsächlich ziemlich gut. Auch wenn er „weiter“ wie „wejter“ ausspricht. 😉

Wir werden uns also durch Menschen A1.1 arbeiten, und dann weitersehen. 🙂 Ich bin auf jeden Fall zuversichtlich, dass das produktiv weitergeht.

Habt ihr irgendwelche Tipps zum Deutschlernen? Was hat euch, eurer Familie oder euren Freunden geholfen?

In die Hölle gucken.

Gestern Morgen machten wir uns in aller Frühe auf den Weg zum Nokogiriyama (鋸山), dem Sägenberg. Er liegt in Chiba, an der Meeresbucht von Tokyo, und bietet einen fantastischen Ausblick. 🙂

Nach oben auf den Berg ging es mit dem Auto, mit dem kommt man fast bis zum Gipfel. Wir hatten um ehrlich zu sein einfach keine Lust, bis nach oben zu laufen. Wie das nach hinten losging, lest ihr weiter unten. 😀 Manchmal macht man sich mehr Arbeit, wenn man sie eigentlich vermeiden will.

Der Berg ist für verschiedene Dinge bekannt, unter anderem für den Blick in die Hölle (地獄のぞき Jigoku Nozoki). Der Aussichtspunkt für die Hölle befindet sich, wie viele der Sehenswürdigkeiten, auf dem Gelände des Nihon-ji (日本寺; Japantempels), für den man Eintritt bezahlt. Von der Aussichtsplattform, die ihr im Foto oben sehen könnt, guckt man gut 100 Meter in die Tiefe, was durchaus Angst bereitet, auch weil man weiß, dass man auf einer Klippe steht.

Die Berglandschaft sieht etwas speziell aus, weil früher die Steine von dort abgebaut und für den Bau verwendet wurden. Das Fundament des Schlosses von Tokyo besteht laut meinem Mann aus Steinen vom Nokogiriyama. Man hat also gerade Felswände, die viele Meter in die Höhe reichen, und durchaus befremdlich aussehen.

Wenn man viele Treppen nach unten steigt, erreicht man den großen Buddha (大仏 Daibutsu). Dieser hier wurde im 18. Jahrhundert von 27 Leuten drei Jahre lang aus dem Gestein gemeißelt. Er erreicht eine Höhe von etwa 31 Metern, und ist damit der größte Steinbuddha in Japan.

Er ist natürlich durchaus beeindruckend, aber ich finde den großen Buddha in Nara dann doch hübscher. 🙂 Hat eben jeder seine Vorlieben.

Nachdem wir den Steinbuddha gesichtet hatten, wollte mein Mann weiter nach unten, zu einem Teich. Zu diesem Zeitpunkt taten mir die Beine schon ziemlich weh, aber ich ließ mich dennoch breitschlagen. Der Teich ist schon fast am Fuß des Berges, weit entfernt von unserem Leihwagen. Dementsprechend mussten wir den ganzen Berg wieder hochkraxeln, also zumindest gefühlt eine Ewigkeit Treppen hochsteigen. Heute habe ich Muskelkater. 😉 Ich würde jedem empfehlen, einfach mit der Seilbahn hochzufahren und dann runterzulaufen. Das ist weniger anstrengend.

Auch wenn wir danach ziemlich fertig waren, der Nokogiriyama hat sich gelohnt. Mit sauberer, kühler Luft, Vogelgezwitscher und Bewegung fühlt man sich gleich besser. Heute ruhen wir uns einen Tag aus, bevor es wieder an die Arbeit geht. 🙂

Euch allen wünsche ich einen guten Montag!

Frühes Wochenende. Länger wird es auch.

Heute bin ich früher von der Arbeit nach Hause gekommen. Erstens tut mein Bauch noch immer etwas weh, und ich brauchte erneut Medikamente, und zweitens war eh nichts zu tun. Und um ehrlich zu sein, wollte ich, drittens, auch mal ein wenig das gute Wetter genießen.

roppongi

Es ist zwar noch immer etwas kühl, derzeit haben wir Höchsttemperaturen um die 14°C, aber immerhin scheint die Sonne. 🙂

Ich bin also nach Hause gefahren, zum Arzt gegangen, einkaufen gegangen, und habe erst einmal die Fenster im Haus aufgerissen. Frischluft! Leider halten Japaner vom Durchlüften meist nichts, also muss ich das durchführen, wenn es mir möglich ist. 😉

Am Montag ist Frühlingsanfang (春分の日 Shunbun no Hi), ein Feiertag. Dieses Wochenende ist also ein dreitägiges. Eigentlich hatten wir überlegt, ein wenig in die Pampa zu fahren, uns aber letztendlich dagegen entschieden.

Wir beide brauchen einfach Zeit für uns und Entspannung.

Einfach mal ein bisschen abhängen, Filme gucken und lecker essen. 😀

Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende!

Sechs Jahre.

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Es ist wieder soweit: Jahrestag. Heute vor sechs Jahren haben mein Mann und ich standesamtlich geheiratet.

Leider können wir auch dieses Jahr nichts gemeinsam unternehmen, denn ich bin mit einer Magen-Darm-Entzündung zuhause und mein Mann wird heute lange arbeiten. Zum Glück bringt das mein Weltbild nicht zum Einsturz, wir werden stattdessen einfach in eineinhalb Wochen nach Shikoku fliegen.

Heute will ich nichts groß zu unserer Beziehung schreiben, zumal mein Mann sämtliche Lobhudeleien meinerseits eh nicht lesen kann. 🙂 Nur so viel: Wir sind glücklich. Mal schauen, was wir dieses Jahr noch so auf die Reihe bekommen.