Origami: Raketen.

20140116_142126Letzten Monat war das Thema auf Arbeit „Transportmittel“, und natürlich habe ich in der Piccolo, unserem Magazin für Kindergärten, etwas Passendes gefunden: Raketen! Das war wirklich einfach, die Kinder haben das meiste selbst machen können. Dummerweise habe ich sie aussuchen lassen, welche Farben sie wollen – jetzt haben wir haufenweise pinke Raketen…

Der Tag, an dem ein Sumo zu Besuch kam.

Am Mittwoch hatten wir unsere alljährliche Mochi-Party. An sich ist das einfach ein Ritual, das sich jedes Jahr wiederholt, und irgendwie ziemlich langweilig. Viel herumsitzen und warten, Fotos schießen, fertig.

Doch nicht so dieses Jahr. Erstens kam ein anderer Kindergarten unserer Kette zu Besuch. Das war kein Grund zur Freude, denn die Kinder, die diesen Kindergarten besuchen sind absolut undiszipliniert. Deren Klasse mit den Zwei- bis Dreijährigen machte gar nicht erst Anstalten sich hinzusetzen, während meine Klasse das ohne Probleme hinbekommen hat. Außerdem wurden deren Lehrer einfach mal getreten, ignoriert oder anders geärgert. Das gäbe es bei uns nicht… Insgesamt gehört unsere Filiale zu denen mit der meisten Zucht und Ordnung in der Kette, die Besucher sind in der Hinsicht der am schlimmste Kindergarten. Es war also ein riesiger Unterschied, der uns einfach den Mund hat offenstehen lassen. Als sie wieder weg waren, haben wir erstmal tief durchgeatmet.

20140129_105042Es gab aber auch eine gute Änderung zum Vorjahr: Ein Sumo kam zu Besuch! 😀 Wenn man an japanischen Sport denkt, denkt man glaube ich immer auch recht schnell an 相撲 (Sumô). Das 両国国技館 (Ryôgoku Kokugikan) liegt in der Nähe, und お相撲さん (o-Sumô-san; Sumô-Kämpfer*) sehe ich manchmal in der Bahn, mit ihren Yukata. Ich hatte aber noch nie mit einem geredet. Die Kinder waren natürlich auch total fasziniert. 😀 Vor allem die Dimensionen sind sehr beeindruckend, und jedes Kind weiß, wie stark so ein Sumo ist.

* お相撲さん (o-Sumô-san) ist nicht die korrekte Terminologie, eigentlich heißen sie 力士 (Rikishi). Es sagt aber fast jeder お相撲さん.

Der Sumo, der zu uns kam, heißt 若山聡 (Wakayama Satoshi), ist 21 Jahre alt und war total nett. Er hat uns sogar einige Fragen auf Englisch beantwortet. 🙂 Wir haben gefragt, wie viel Reis er am Tag isst: Fünf Ramen-Schalen! Ich würde nach einer halben schon umfallen. Sumo leben in sogenannten 部屋 (heya; Zimmern), Wohnheimen für Sumos, die stark hierarchisch organisiert sind. Urlaub hat er nicht wirklich.

20140129_110905Zuerst mussten sich unsere männlichen Lehrer mit Wakayama messen, hatten aber absolut keine Chance. Sumo sind nicht nur schwer, sondern es ist auch ihr Job sich nicht vom Fleck zu bewegen. Für die Kinder war er aber so nett und hat jedes Mal verloren. Es war wirklich ein großer Spaß, und bleibt den Kindern glaube ich mehr als das Mochi-Schlagen im Gedächtnis.

Während wir am Anfang immer nur Gruppen von bis zu fünf Kindern auf ihn losließen, hatten wir am Schluss noch etwas Zeit übrig und ließen die ganze Kompanie, zwei Klassen, gegen ihn drücken. Sie haben natürlich gewonnen. 😉

Ein leises Krächzen.

Meine Stimme ist weg. Einfach so weg. Des Nachts durch das Fenster getürmt.

Wenn ich den Mund aufmache, kommt nur ein leises Winseln heraus. Heute habe ich mich damit noch durch einen Tag mit den kleinen Monstern gequält, weil unsere Geburtstagsfeier anstand, aber das ist kein Zustand.

Mit 15 Kindern kann man nicht auf lange Sicht leise sein. Wenn die spielen und Krach machen dringt das eigene dünne Stimmchen nicht bis zu ihnen vor und man muss anders auf sich aufmerksam machen. Ich stupse gerne mit dem Zeigefinger gegen Hinterköpfe.

Ansonsten verstehen die ganz gut, was ich ihnen mitteilen will, auch mit sehr wenigen Worten. Und zum Schluss waren sie sogar gaaaanz leise, damit sie hören konnten, was ich sage.

Beim Arzt bekam ich nach über einer Stunde Warten Medikamente und da ich mir morgen freinehmen werde und am Montag ein Feiertag (Geburtstag des Kaisers) ist, habe ich ganze vier Tage Zeit um meine Stimme zu schonen.

Seit dem letzten Mal habe ich übrigens den HNO-Arzt gewechselt, der jetzt war um einiges freundlicher. 🙂