Kurz eingeschoben: Die Miyazaki-Uhr.

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Zum internationalen Vatertag wollten wir meinem Schwiegervater eine spezielle Spirituose zukommen lassen und fuhren zwecks dessen nach Shinbashi (新橋). Ein Glück konnte ich mich daran erinnern, dass in Shinbashi irgendwas war mit Ghibli, und so sah ich zum ersten Mal die größte Uhr aller Zeiten. 😀 Unten rechts auf dem Foto könnt ihr die Köpfe von Besuchern sehen.

Der Regisseur Miyazaki Hayao hat sie für Nippon TV entworfen, und an der Zentrale des Senders tut sie ihren Dienst.

Eigentlich gibt es um 10*, 12, 15, 18 und 20 Uhr eine kleine Vorführung, doch als wir dort waren, war die Uhr aus unbekannten Gründen beurlaubt. Ein Video findet man aber z.B. hier (Vorsicht, lautes Geräusch im Video, Ton leiser stellen!), und irgendwann werde ich sicher mal wieder dort vorbeilaufen.

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Das Edo-Tokyo Open Air Arcitectural Museum.

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Letztes Wochenende fuhren mein Mann und ich über eine Stunde mit der Bahn nach Musashi-Koganei (武蔵小金井). Mit dem Bus, übrigens auch auf Englisch ausgeschildert, kommt man vom dortigen Bahnhof aus recht einfach zum Edo Tokyo Freiluft-Architekturmuseum (江戸東京たてもの園 Edo Tôkyô Tatemono-en).

Dort befinden sich Nachbauten historischer Gebäude in Originalgröße. 🙂 Recht nah am Eingang steht z.B. das gelbe Haus, das ihr oben sehen könnt. Dieses Haus stand ursprünglich in Den’en Chôfu (田園調布) in Tokyo, und ist, für 1925, stark an europäische Architektur angelehnt. Putzig, oder? 🙂

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Zugegebenermaßen wollte ich vor allem das Badehaus sehen. Dieses war wohl auch eine Inspiration für das Badehaus in „Chihiros Reise ins Zauberland“. Ursprünglich wurde es 1929 in Adachi-ku (足立区) in Tokyo erbaut. Es ist ein recht typisches altes Badehaus.

Was einem bei den ganzen ausgestellten Wohnhäusern auffällt, ist übrigens die absolute Abwesenheit einer Badewanne oder, wie klein diese ist. Damals gingen alle Japaner in offene Bäder wie dieses. Heute gibt es noch einige, aber sie werden immer unbeliebter.

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Bei diesem Badehaus fand ich übrigens ganz spannend, dass die Fenster im Umkleideraum der Männer teilweise durchsichtig sind. Mein Mann meinte, dass das bei Männern ja egal sei, wer da etwas sieht. Aha. 😉

Viele der ausgestellten Gebäude sind Geschäfte, ob das nun ein Blumen- oder ein Schreibwarenladen ist. Es ist wirklich ganz spannend zu sehen, wie damals eingekauft wurde. Oftmals sind die Auslagen den historischen Begebenheiten nachempfunden worden. Mit Supermärkten hat das eher gar nichts zu tun.

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Das Museum ist in drei Bereiche aufgeteilt: West-, Mittel- und Ostzone. In der Ostzone befindet sich eine ganze kleine Einkaufsstraße, die ich vom ganzen Museum am liebsten mochte. Da würde man doch gern mal in der Zeit reisen, um so eine Straße mit geöffneten Geschäften erleben zu können.

Übrigens war auch eine historische Straßenbahn ausgestellt – von der Sorte, wie sie noch immer in Matsuyama fahren. 😀 Irgendwie fand ich das ziemlich witzig.

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Der Rest des Museums besteht hauptsächlich aus Wohnhäusern, die auch alle sehr schön und in verschiedenen Stilen sind. In einem der Häuser, von einem deutschen Architekten, gibt es auch ein niedliches kleines Café. 🙂

Den Besuch würde ich jedem, der Interesse an japanischen Gebäuden hat, ans Herz legen. Die Beschreibungen an den Häusern sind auch auf Englisch verfasst, insofern hat man gar keine Probleme, wenn man kein Japanisch spricht.

Zugegebenermaßen war ich nach etwa zwei Dritteln der Häuser ziemlich fertig, aber Spaß hatte ich trotzdem.

Der Winkekatzen-Schrein in Asakusa.

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Wir gehen mal wieder ein wenig in der Zeit zurück. 😉 Anfang Mai war ich mit meinen Eltern in Asakusa (浅草). Wir sahen uns die Läden vor Ladenöffnung an, aßen Agemanjû (揚げ饅頭), wurden von einem Brautpaar überholt, und hatten nach recht kurzer Zeit schon nichts mehr zu tun. Dafür war es immerhin nicht übermäßig voll.

Wir beschlossen also kurzfristig zum Winkekatzen-Schrein in Asakusa zu gehen. Angeblich kommen die beliebten Winkekatzen, die in japanischen Geschäften die Kundschaft anlocken sollen, aus der Umgebung des Imado-Schreins (今戸神社 Imado-Jinja).

Tatsächlich wimmelt es in dem Schrein nur so vor Winkekatzen.

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Auf den Plaketten (絵馬 Ema) sind Winkekatzen, am Schreingebäude stehen Winkekatzen, und es gibt ein Winkekatzen-Musikvideo, welches im Schrein abgespielt wird. Der Besuch lohnt sich, wenn man auf Winkekatzen steht. Ansonsten ist es leider so, dass dieser Schrein genau ein Gimmick hat, und das gnadenlos ausschlachtet. Eine besondere Atmosphäre erhält er dadurch aber leider nicht.

Kann man machen, muss man aber nicht. 🙂

Bücher, CDs, DVDs und Spiele aus zweiter Hand: Book Off.

Am Samstag lief ich durch Akihabara (秋葉原), weil ich sonst nicht viel zu tun hatte. Auf dem Weg zurück zum Bahnhof, fiel mir der Book Off am Bahnhof ins Auge. Book Off ist die wahrscheinlich größte Kette für Second Hand in Japan.

Tatsächlich habe ich schon mehrmals alte Bücher, CDs und DVDs zu Book Off geschickt. Das bringt, vor allem bei Büchern, wenig Geld, aber wenig ist besser als gar keins, oder? 🙂 Außerdem wird mir das schlechte Gewissen abgenommen, dass ich hätte, würde ich die Bücher wegschmeißen.

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Der Book Off am Bahnhof Akihabara ist etwas anders aufgebaut, als ich es sonst kenne. Wo sonst am Eingang vor allem Bücher stehen, stehen hier im Erdgeschoss Videospiele und Anime-DVDs. Im ersten Obergeschoss stehen alle weiteren DVDs und CDs. Noch weiter nach oben hat es mich gar nicht verschlagen. 🙂

Wenn man in Japan lebt, kosten DVDs und CDs normalerweise sehr viel mehr, als man es aus Deutschland gewohnt ist. Da lohnt es sich wirklich, so etwas aus zweiter Hand zu kaufen. Japanische Serien werden nicht unglaublich günstig, dafür aber ausländische. Ich sah die ersten drei Staffeln Mad Men für 2000Yen (ca. 16€).

Mir ging es aber um etwas ganz anderes:

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Ich liebe Soundtracks, deswegen mussten die natürlich mit zu mir nach Hause. Obwohl ich feststellen musste, dass die Musik aus „Das Schloss im Himmel“ zum Großteil aus eigenartiger elektronischer Musik besteht, und somit echt nicht sonderlich angenehm zu hören ist.

Ghibli DVDs gab es auch viele, und obwohl es mich eigentlich nicht interessiert, da ich schließlich die DVDs aus Deutschland zuhause habe, gab es Versionen mit schier endlosem Making-Of-Material. Da juckte es mir doch in den Fingern…

Falls ihr in Japan also nach DVDs oder CDs suchen solltet, aber keine Lust habt, für eine DVD schnell mal über 25€ auszugeben, lohnt sich der Besuch beim Book Off. 🙂

Auf der Internetseite kann man leider nicht gucken, was in den Läden zu kaufen ist, aber es gibt eine Suchfunktion für die Läden an sich.

Totoro-Windbeutel bei Shirohige.

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Eigentlich wollten wir direkt nach unserem Besuch im Ghibli-Museum zur Ghibli-Bäckerei, aber irgendwie passte es dann doch nicht. Also fuhren wir am Sonntag Morgen etwa eine Stunde in Richtung Setagaya Daita (世田谷代田).

Nur wenige Laufminuten vom gleichnamigen Bahnhof entfernt befindet sich Shirohige’s Cream Puff Shop (白髭のシュークリーム工房). Dort zu kaufen gibt es, wie der Name schon vermuten lässt, Windbeutel – und was für welche. 😀

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Bei Shirohige gibt es Totoro-Windbeutel! 🙂

Insgesamt gibt es immer vier Geschmackssorten, wovon sich zwei jahreszeitlich bedingt ändern. Derzeit gibt es, neben den immer zu habenden Pudding- und Schokocreme-Varianten, auch welche mit Matcha- und welche mit Erdbeerfüllung. Ein Glück, dass ich für vier Personen eingekauft habe. 😀

Für solche putzigen Desserts sind sie übrigens nicht einmal so richtig teuer. Pudding- und Schokoladencreme kosten 400Yen (ca. 3,20€), alle anderen Sorten 440Yen (ca. 3,50€). Außer Windbeuteln gibt es im Laden auch Kekse.

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Sofern man sie nicht durch die Gegend wirft, muss man sich auch keine großen Gedanken machen, ob sie heil zuhause ankommen. Selbst nach über 30km Fahrt sahen die Windbeutel noch super aus.

Apropos „super“: Sie schmecken auch wirklich gut. 🙂 Sie sind mit viel mehr Creme gefüllt, als ich angenommen hatte, und daher am einfachsten mit der Hand zu essen. Man darf sich halt nur nicht zu schuldig fühlen. 🙂

Wenn wir nicht so weit weg wohnen würden, würde ich sicher öfter mal dort vorbeischauen.

Würdet ihr es übers Herz bringen, Totoro zu essen? 😉