Bloß nicht auf die Texte hören.

Mein Mann hörte letztens ein Lied im Radio, das ihm gefiel.

Also machten wir uns auf dem Weg zum CD-Verleih unseres Vertrauens und liehen ein Album der Band aus, um es dann schnurstracks auf unseren PC zu überspielen. Nachdem das getan war, hörten wir uns zusammen die Lieder an. Leider mussten wir sehr schnell feststellen, dass diese Band vielleicht nicht auf Englisch singen sollte.

Perlen:

„First bump! How many happy?“

„Hand like a seaweed“

„Inthe from dusk till dawn“

Was? Meinem Mann hat es ein wenig den Spaß an der Musik genommen.

Dass japanische Bands ein paar Wörter Englisch in ihre Texte einbringen ist nichts neues, aber man sollte sich zumindest bemühen. Die Jungs haben bestimmt einen Freund, der wirklich gut Englisch spricht. Oder vielleicht kennt ihre Plattenfirma jemanden?

Ich höre dann mal weiter Hoshino Gen (星野源). Der haut immerhin nur einzelne englische Wörter in seine Songtexte. 😉

(Leider gibt es Hoshino Gen auf YouTube meist nur mit nervigen Unterbrechungen…)

Welche Lieder hat euch das Lesen der Texte versaut? 😀

Filmzeit: In dieser Ecke der Welt.

Wenn Japan etwas filmisches mehr auf die große Leinwand bringt als andere Länder, sind das Animationsfilme. Auch wenn viele Animes, wie auch dieser, nicht für Kinder geeignet sind, sind sie dennoch in unserem DVD-Verleih alle in der Kinderfilmabteilung. Ich hoffe, dass niemand diesen Film aus Versehen für seine Kinder ausleiht. Den Film gibt es übrigens auch in Deutschland zu kaufen, dort heißt er „In this Corner of the World“.

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© Universum Film

この世界の片隅に Kono Sekai no Katasumi ni (2016) (Trailer)

Regisseur: Katabuchi Sunao

Stimmen: Non, Hosoya Yoshimasa, Ono Daisuke

Suzu ist ein junges Mädchen mit einem Hang zum Zeichnen und Malen. Sie lebt in Eba, in der Stadt Hiroshima, und zieht, als sie verheiratet wird, nach Kure. Kure ist das Zentrum der japanischen Marine, und es ist der zweite Weltkrieg. Während Suzu sich an ihre neuen Pflichten als Hausfrau gewöhnt, kommen auch einige Dinge hinzu, die nicht alltäglich sind: Kure wird immer wieder bombardiert, und am 8.6.1945 wird die Atombombe auf die Nachbarstadt Hiroshima abgeworfen. Das Leben muss trotzdem weitergehen.

Persönliche Meinung: Den ersten Teil des Films fand ich um ehrlich zu sein ziemlich langweilig. Im Nachhinein kann ich verstehen, warum es genau so gezeigt wurde: Wenn man nur das Greuel des Krieges sieht, kann man nicht miterleben, wie sich der Alltag durch den Krieg verändert – Erst nur gering, und dann immer dramatischer. Genau das fand ich an dem Film auch so faszinierend: Hier wird uns nicht gezeigt, wie die japanischen Männer auf den Schiffen gearbeitet haben. Wir sehen nicht das Innere von Fabriken. Was wir sehen ist das ganz normale Leben der Bevölkerung. Ich weiß nicht, ob ich jemals einen Film über den Krieg gesehen habe, der genau das beleuchtet hat. Man merkt, wie stark die Menschen sich einschränken mussten, aber auch, dass es trotz allem noch ein normales Leben in den Städten gab. Zwischen Essensrationen und Luftschutzbunkern gibt es dennoch Zeit für Küsse, Zeit für Feiern, Zeit für Träumereien. Leider sind diese Träumereien der Hauptcharakterin etwas, was mich ziemlich gestört hat. Wenn sie statt in Richtung Luftschutzbunker in Richtung freies Feld rennt, weil sie einen Reiher vertreiben und damit retten möchte, will man sie einfach nur schütteln.

Fazit: Als Film über den Kriegsalltag sehr informativ, aber teils sehr langsam. Und Warnung: Der Film ist in Deutschland nicht umsonst erst ab 12 Jahren freigegeben.

Übrigens, dieser Film wurde (teils?) über Crowdfunding finanziert, also von Leuten, die das Endprodukt sehen wollten.

Unser persönliches Filmfestival.

Als ich am Samstag Nachmittag nach einem Treffen mit lieben Freundinnen nach Hause kam, gammelten mein Mann und ich erst herum, bevor wir uns nach draußen bequemten um aufgeschobene Dinge nachzuholen.

Da war die Anzugshose, die in der Reinigung abgegeben musste, was wie immer mit viel Geplapper seitens der Arbeiterin dort vonstatten ging. Ich habe immer das Gefühl, dass die Dame über den ganzen Tag ein Laberdefizit aufbaut, dass sie dann an uns ablässt. Anfangs ist das immer ganz nett, aber nach ein paar Minuten wollen wir eigentlich weiter…

Auf jeden Fall war ein wichtiger Punkt auf unserer Liste, dass mein Mann endlich Geld abheben und auf unser Sparbuch einzahlen sollte. Unser Sparbuch ist bei der Postbank, das Konto meines Mannes nicht, das heißt, dass es Geld kostet, den Betrag einfach zu überweisen. Er hob also einen Batzen Geld ab, doch als wir auf das Postkonto einzahlen wollten, hatte die Filiale schon zu. In Japan haben Geldautomaten nämlich Öffnungszeiten, sonst wäre das zu einfach.

Also liefen mein Mann und ich auf dem Bürgersteig nach Hause, und wir überlegten, dass wir mit dem Batzen Geld endlich das kaufen könnten, worauf wir schon länger Stück für Stück sparen: Einen Projektor. Eigentlich hatten wir geplant, im Juli noch zu sparen, um dann im August vor den Sommerferien das Gerät zu kaufen, doch letztendlich macht es keinen Unterschied. Ob wir das viele Geld diesen Monat ausgeben oder nächsten hat höchstens kurzzeitige Auswirkungen auf den Kontostand unseres Sparbuches, darüber hinaus ist es Jacke wie Hose.

Kurzerhand beschlossen wir, zum Elektronikhändler unseres Vertrauens zu fahren. Dort erstehen wollten wir nicht nur den Projektor, sondern auch einen Blu-ray-Player. Wenn man einen großen Bildschirm hat, braucht man auch gute Bildqualität. 🙂 Welcher Projektor es werden würde, war schon lange klar. Nur beim Abspielgerät hatten wir noch Bedenken, die leider auch direkt bestätigt wurden: In normalen japanischen Elektronikläden gibt es keine Blu-ray-Player, die auch im Ausland gekaufte Blu-rays und DVDs abspielen können. Da sowohl Blu-Rays als auch DVDs in Japan aber einfach sehr teuer sind, wollten wir uns aber unbedingt die Möglichkeit offen halten, DVDs und Blu-rays aus Deutschland oder anderen Ländern zu importieren.

Kurzerhand bestellten wir also im Internet, für mehr Geld, als eigentlich geplant war. Der Aufpreis sollte sich aber, bei ca. 25€ Preisunterschied pro Blu-ray, relativ fix rentieren.

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Porco Rosso, © Universum Film

Nachdem wir die Leinwand aufgebaut hatten, sahen wir uns einen Superheldenfilm an. Am nächsten Tag sahen wir sowohl „Porco Rosso“ als auch „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ und was kann ich sagen? Es ist wirklich fantastisch.

Mir war vorher nie so sehr aufgefallen, wie anstrengend es ist, Filme auf dem Laptop zu gucken. Nicht nur, dass der Bildschirm im Vergleich winzig ist, auch die Spiegelungen waren störend. Jetzt können wir ganz entspannt vom Sofa aus Filme gucken, ohne starr sitzen zu bleiben, weil man nur aus einem bestimmten Winkel aus den Bildschirm sehen kann. Letztendlich ist es einfach auch näher am Kinoerlebnis – und all das, ohne einen riesigen Fernseher herumstehen zu haben.

Im August, wenn wir mehrere Tage hintereinander frei haben, werden wir einfach in unserem kühlen Haus sitzen, und Filme gucken. Unsere ganz persönlichen internationalen Filmfestspiele. 😀

Welche Filme würden bei euren internationalen Filmfestspielen laufen?

 

Bücher, CDs, DVDs und Spiele aus zweiter Hand: Book Off.

Am Samstag lief ich durch Akihabara (秋葉原), weil ich sonst nicht viel zu tun hatte. Auf dem Weg zurück zum Bahnhof, fiel mir der Book Off am Bahnhof ins Auge. Book Off ist die wahrscheinlich größte Kette für Second Hand in Japan.

Tatsächlich habe ich schon mehrmals alte Bücher, CDs und DVDs zu Book Off geschickt. Das bringt, vor allem bei Büchern, wenig Geld, aber wenig ist besser als gar keins, oder? 🙂 Außerdem wird mir das schlechte Gewissen abgenommen, dass ich hätte, würde ich die Bücher wegschmeißen.

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Der Book Off am Bahnhof Akihabara ist etwas anders aufgebaut, als ich es sonst kenne. Wo sonst am Eingang vor allem Bücher stehen, stehen hier im Erdgeschoss Videospiele und Anime-DVDs. Im ersten Obergeschoss stehen alle weiteren DVDs und CDs. Noch weiter nach oben hat es mich gar nicht verschlagen. 🙂

Wenn man in Japan lebt, kosten DVDs und CDs normalerweise sehr viel mehr, als man es aus Deutschland gewohnt ist. Da lohnt es sich wirklich, so etwas aus zweiter Hand zu kaufen. Japanische Serien werden nicht unglaublich günstig, dafür aber ausländische. Ich sah die ersten drei Staffeln Mad Men für 2000Yen (ca. 16€).

Mir ging es aber um etwas ganz anderes:

cds

Ich liebe Soundtracks, deswegen mussten die natürlich mit zu mir nach Hause. Obwohl ich feststellen musste, dass die Musik aus „Das Schloss im Himmel“ zum Großteil aus eigenartiger elektronischer Musik besteht, und somit echt nicht sonderlich angenehm zu hören ist.

Ghibli DVDs gab es auch viele, und obwohl es mich eigentlich nicht interessiert, da ich schließlich die DVDs aus Deutschland zuhause habe, gab es Versionen mit schier endlosem Making-Of-Material. Da juckte es mir doch in den Fingern…

Falls ihr in Japan also nach DVDs oder CDs suchen solltet, aber keine Lust habt, für eine DVD schnell mal über 25€ auszugeben, lohnt sich der Besuch beim Book Off. 🙂

Auf der Internetseite kann man leider nicht gucken, was in den Läden zu kaufen ist, aber es gibt eine Suchfunktion für die Läden an sich.

Totoro-Windbeutel bei Shirohige.

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Eigentlich wollten wir direkt nach unserem Besuch im Ghibli-Museum zur Ghibli-Bäckerei, aber irgendwie passte es dann doch nicht. Also fuhren wir am Sonntag Morgen etwa eine Stunde in Richtung Setagaya Daita (世田谷代田).

Nur wenige Laufminuten vom gleichnamigen Bahnhof entfernt befindet sich Shirohige’s Cream Puff Shop (白髭のシュークリーム工房). Dort zu kaufen gibt es, wie der Name schon vermuten lässt, Windbeutel – und was für welche. 😀

auslage

Bei Shirohige gibt es Totoro-Windbeutel! 🙂

Insgesamt gibt es immer vier Geschmackssorten, wovon sich zwei jahreszeitlich bedingt ändern. Derzeit gibt es, neben den immer zu habenden Pudding- und Schokocreme-Varianten, auch welche mit Matcha- und welche mit Erdbeerfüllung. Ein Glück, dass ich für vier Personen eingekauft habe. 😀

Für solche putzigen Desserts sind sie übrigens nicht einmal so richtig teuer. Pudding- und Schokoladencreme kosten 400Yen (ca. 3,20€), alle anderen Sorten 440Yen (ca. 3,50€). Außer Windbeuteln gibt es im Laden auch Kekse.

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Sofern man sie nicht durch die Gegend wirft, muss man sich auch keine großen Gedanken machen, ob sie heil zuhause ankommen. Selbst nach über 30km Fahrt sahen die Windbeutel noch super aus.

Apropos „super“: Sie schmecken auch wirklich gut. 🙂 Sie sind mit viel mehr Creme gefüllt, als ich angenommen hatte, und daher am einfachsten mit der Hand zu essen. Man darf sich halt nur nicht zu schuldig fühlen. 🙂

Wenn wir nicht so weit weg wohnen würden, würde ich sicher öfter mal dort vorbeischauen.

Würdet ihr es übers Herz bringen, Totoro zu essen? 😉