Die Prinzessinnen.

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Weil meine Nägel durch das Gelnagel-Projekt zu beschädigt waren, hatte ich eine Zeit lang ständig Nagellack drauf, sehr pinken. Essie in der Farbe „Guilty Pleasures“. Die Teile meines Nagels, die zu dünn gefeilt wurden, sind inzwischen rausgewachsen und konnten abgeschnitten werden, weswegen ich in letzter Zeit keinen Nagellack mehr trage.

Letztens beim Mittagessen.

Misaki: Kura-Sensei*, was ist mit deinen Fingernägeln passiert?

Ich: Was?

Misaki: Die waren doch pink!

Ich: Oh, mochtest du das Pink?

Alle Mädchen am Tisch: Jaaaaaa! ♥

* Es ist entweder Claudia oder Kura-Sensei. Kura ist eine Kurzform meines Namens, -Sensei heißt Lehrer/Arzt.

Natürlich. Die kleinen Prinzessinnen. 🙂 Ich war ja ganz gerührt, dass sie sich daran erinnert haben.

 

Kinder sind die Besten.

Kleine Kinder haben es so an sich, dass sie Erwachsene kopieren. Das kann manchmal recht peinlich werden.

Letztens in Shinjuku in einem Kaufhaus:

Mama sieht sich Kleidung an.

Kleines Mädchen: Mama, wir kaufen heute aber nichts!

Mama schnappt sich ihre Tochter und entfernt sich schnell.

Die lieben Kleinen. 😉

Kinderlogik.

Die Kinder fragten bei jeder Person "Ist das ein Ei?"

Die Kinder fragten bei jeder Person „Ist das ein Ei?“ Ich kann nicht zeichnen.

Auf Arbeit versuchte ich den Kindern zu erklären, was ich mit „Grandma“ und „Grandpa“ meine, ohne dabei auf’s Japanische zurückzugreifen. Ich spreche mit den Kindern so wenig wie möglich Japanisch, das wäre zu einfach. Wie erklärt man aber 3-Jährigen mit einem winzigen englischen Vokabular „Großeltern“? Also wurde gemalt. Ich bin nicht gut im Malen.

Ich (auf Englisch): Also ist das Minami, und das sind Minamis Mama und Papa. Dann sind da noch Oma und Opa und Oma und Opa. Also Mamas Mama und Mamas Papa und Papas Mama und Papas Papa.

Minami: Aber das ist zu nah, Oma und Opa wohnen ganz weit weg.

Na wenn das so ist, dass ich das bei meinem Schaubild aber auch gar nicht berücksichtigt habe… Schrecklich! 😉

Kinderwelt.

Letzten Freitag waren wir mit den Kindern im Zoo. Das war ziemlich anstrengend, aber auch keine schlechte Abwechslung zum gewöhnlichen Unterricht.

Natürlich waren wir nicht allein, sondern andere Schulklassen kreuzten mit ihren verschiedenfarbigen Mützen unseren Weg. Im Streichelzoo stießen wir aufeinander.

Kleiner Junge: Die reden nur Englisch, da versteh ich gar nichts!

Kleines Mädchen: Kommt ihr aus Amerika?

Ich: Ich komme aus Deutschland und sie (meine Mitarbeiterin) kommt aus England.

Kleiner Junge: Was ist denn Deutschland?

Ich: BierAuto-Land. Volkswagen und BMW und so.

Kleines Mädchen: Was macht ihr in Japan?

Wir: Wir arbeiten hier.

Kleines Mädchen: Wie kommt ihr nach Hause (in dem Fall Deutschland oder England)? Mit dem Auto? Mit der Bahn?

Ich: Mit dem Flugzeug!

Kleines Mädchen: Ihr fliegt mit dem Flugzeug? Warum?

Ich: Weil Japan eine Insel ist, ohne Flugzeug kommt man nicht ins Ausland.

Kleines Mädchen starrt mich ungläubig an.

An dem Punkt mussten wir dann aber wieder unsere Kinder einsammeln. Sehr interessant, das Gespräch. Unsere Kiddies wissen natürlich woher wir kommen und dass die Welt ein wenig größer ist, andere Kinder aus japanischen Kindergärten scheinen sich da nicht ganz so sicher zu sein. 😉

Böse Claudia!

Wenn die Kinder nicht wollen wie sie sollen haben wir verschiedene Dinge, die wir ihnen androhen. Das fängt harmlos an mit „Wenn du dich nicht benehmen kannst musst du dich auf den Stuhl setzen.“

„Der Stuhl“, das ist ein kleiner gelber Winnie Pooh-Stuhl, der einzige seiner Art bei uns. Er steht am Rande des Spielbereichs, und wer sich darauf setzen muss darf kurzzeitig nicht mitspielen. Schrecklich! Leider ist „der Stuhl“ manchmal nicht ausreichend, und wenn die Kinder sich auf Stühlen sitzend schon nicht ordentlich verhalten können, haben wir noch eine höhere Stufe: Den Babystuhl. Nichts ist für Dreijährige schlimmer als mit einem Baby verglichen zu werden.

Aus einer anderen Kategorie: „Wenn du dich jetzt nicht hinlegst und die Augen zumachst gibt’s keinen Snack.“ Das scheint noch schlimmer zu sein, als wie ein Baby behandelt zu werden. Zumindest hinterlässt offenbar es Eindruck.

Bei uns bekommt jeder das gleiche Mittagessen. Manchmal sind da natürlich Sachen dabei, die manche Kinder nicht mögen. Einige beißen sich trotzdem durch*, andere überlegen sich, wie sie da rauskommen. Ein Junge aus meiner letzten Klasse (jetzt also bei einer anderen Lehrerin), tut seit einigen Tagen so, als wäre er schrecklich krank, sobald das Essen auf den Tisch kommt. Stehen wir gar nicht drauf, also wurde ihm gesagt, dass er, wenn er nicht ordentlich essen will, gern in meiner Klasse mit den kleinen Kindern essen kann. Kleine Tränchen bildeten sich in den Augenwinkeln des Jungen als ich dann ins Klassenzimmer kam um ihn „abzuholen“. Nach einer kleinen „So zu tun als wäre man krank ist doof“-Standpauke kam ich wieder zurück in meinen Klassenraum, wo mich folgender Chor empfang:

Claudia bekommt keinen Snack! Claudia bekommt keinen Snack!

Oha! Bekomme ich schon Ärger von kleinen Kindern. 😉 Im Moment sind einige eh in einer Phase, in der sie jedem erzählen, wie er sich zu verhalten hat, aber gegen mich?! Meuterei in der Nursery!

* Unter anderem ich. Ich trinke sogar die blöde Nattô-Suppe. Und esse den Fisch. Ich bin eine Kämpferin! Quatsch, ich glaube einfach, dass ich, wenn ich von den Kindern etwas verlange, das zumindest selbst einhalten sollte.