Yoga und Doughnuts.

Am Samstag stieg ich morgens vor neun in die Bahn, um mit Hanna an einem Yoga-Event im Yoyogi-Park teilnehmen zu können. Gesponsert war dieses von der Yoga-Marke lululemon und dem französischen Gefrierkosthersteller Picard. Letzterer Sponsor klingt wahrscheinlich erst einmal etwas eigenartig, aber Frankreich wird in Japan, wie auch in vielen anderen Ländern, mit Mode, gutem Wein und gutem Essen gleichgesetzt und punktet damit vor allem bei jungen Frauen – Junge Frauen machen Yoga. Wahrscheinlich.

Im Park hatte man sich eine Ecke gesichert, wir rollten unsere Yogamatten aus, und nach ein bisschen Warten ging es los mit fast eineinhalb Stunden Yoga. In letzter Zeit habe ich es leider nicht so oft zum Yoga geschafft, wie ich wollte, deswegen bin ich teilweise sehr wackelig, aber es hat trotzdem viel Spaß gemacht. Muskelkater hatte ich am nächsten Tag auch. Bitte sagt mir nicht, dass ich die einzige Person bin, die von Yoga Muskelkater bekommt? :O

Am Abend schafften mein Mann und ich es mal wieder zu Costco, falls ihr wissen wollt, was wir dort einkaufen: Auf Facebook gibt es ein Foto.

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Nachdem wir ins Brotkoma gefallen waren, gingen wir am nächsten Morgen endlich mal wieder ins Fitnessstudio. In letzter Zeit esse ich ziemlich viel, was darin resultiert, dass meine Kleidung immer enger wird, also muss ich mich mehr bewegen. Leider bringt das alles gar nichts, wenn es direkt am Bahnhof superniedliche Doughnuts gibt. 😦 Der Laden heißt イクミママのどうぶつドーナツ (Mama Ikumis Tierdoughnuts), und eigentlich gibt es ihn nur in Kawasaki. Für eine Woche war er aber bei uns, wir haben im Bahnhof nämlich einen Süßigkeitenladen mit wechselnden Läden. Wer wird bei solchen süßen Süßigkeiten nicht schwach? 🙂

Den Tag beendeten wir mit Harry Potter und der Gefangene von Azkaban, und ich muss zugeben, dass ich die Bücher noch immer viel besser als die Filme finde. Vor kurzem habe ich wieder angefangen, die Harry Potter-Bücher vor dem Schlafengehen zu lesen. Die Bücher kenne ich so lange, dass sie mir wirklich sehr vertraut sind, und es immer wieder Spaß macht, sie noch einmal zu lesen. Vielleicht schaffe ich es dieses Jahr ja noch in die Universal Studios Japan, dort gibt es einen großen Harry Potter-Bereich.

Euch allen wünsche ich eine schöne Woche!

Tenniscamp.

In meiner Firma gibt es verschiedene Sportclubs. Wie auch in Schulen und Universitäten werden sie Bukatsu (部活) genannt, und von der Firma finanziell unterstützt.

Ich bin seit Neujahr im Tennisclub und hatte bisher an noch genau keiner Veranstaltung teilgenommen. 😦 Letztendlich hätte das den Rauswurf und ein Jahr Sperre bedeutet, also habe ich mich kurzerhand zum halbjährlichen Tenniscamp angemeldet. Eine hervorragende Idee, die ich in keinem Moment angezweifelt habe, wie sich wunderbar mit diesem Instagram-Foto vom Morgen des Tenniscamps belegen lässt. 😉

Als ich vor einem Jahr darüber schrieb, dass ich mit Tennis angefangen habe, erwähnte ich auch, dass ich in der Schule Turnbeutelvergesserin Numero Uno war. Das kam natürlich nicht von ungefähr: Ich war nicht gut im Sport, und war davon überzeugt, es auch gar nicht sein zu wollen. So ein wenig „traumatisiert“ war ich natürlich auch, sämtliche Versuche meinerseits Sport zu machen funktionierten irgendwie nicht besonders gut.

Letztendlich gab ich einfach auf. In meinem Freundeskreis war Sportlichkeit eh nicht gefragt. 😉 Warum ich es lange nicht wenigstens versuchte, liegt auch an meinem Charakter: Ich habe weder eine besonders hohe Frustrationstoleranz noch großartige Ausdauer, und gehöre eindeutig zu den Menschen, die lieber etwas nie versuchen als zu scheitern. 😦

Zwar habe ich zwischenzeitlich mal Hot Yoga gemacht, und irgendwie war ich auch mal bei sportlichen Meetups, aber eigentlich ist mein natürliches Habita auf dem Sofa mit dem PC auf dem Schoß.

laufen

Aber ich arbeite dran, und Dinge auszuprobieren, die mich eigentlich instinktiv zurückschrecken lassen, gehört dazu. Deswegen lief ich letzten Monat 10km um den Kaiserpalast. Das war um ehrlich zu sein eine ziemliche Tortur, aber mich davon nicht abhalten zu lassen auch weiterhin zu laufen, stärkt das Selbstbewusstsein. 😉 Auch wenn ich danach drei Tage lang Muskelkater hatte.

Das Tenniscamp, vor dem ich erst so viel Schiss hatte, hat letztendlich super viel Spaß gemacht. Alle waren unglaublich nett und hilfsbereit und niemand hat versucht mich mit Haut und Haaren zu fressen. Meine ganzen Sorgen waren also umsonst. Auch wenn ich etwas frustriert war, dass ich die schlechteste Figur abgab, habe ich weitergemacht – ein großer Erfolg für mich persönlich. An zwei Tagen haben wir insgesamt über sieben Stunden Tennis gespielt, im rechten Arm* hatte ich mehrere Tage Muskelkater. Aber ich kam auch mit dem Gefühl wieder nach Hause, etwas zumindest ein wenig besser zu beherrschen.

* Ich bin Linkshänderin, spiele aber mit rechts.

Inzwischen ist der persönlichkeitsmodifizierende Teil am Sport für mich fast genau so wichtig, wie der Gesundheitsaspekt. Ich hoffe, dass das auch weiterhin gut funktioniert, vielleicht kann ich eines Tages wirklich mit 100% Vorfreude an einer Sportveranstaltung teilnehmen. 😀

Gibt es hier noch andere Turnbeutelvergesser? Was macht ihr für Sport, wenn überhaupt?

Wir waren übrigens im Estollé Hotel and Tennis Club, in der Stadt Tôgane in der Präfektur Chiba (千葉県東金市). Man merkt dem Hotel zwar sein Alter an, aber es ist wirklich schön renoviert und man hat direkt davor die Tennisplätze, vier Felder sogar überdacht. Falls jemand vorhaben sollte in Japan Tennisurlaub zu machen. 😉

Ein Faultier auf dem Laufband.

faultier

Bevor ich meinen derzeitigen Schreibtischjob annahm bin ich jeden Tag fünf Stunden lang kleinen Kindern hinterhergerannt. An Hinsetzen war kaum zu denken. Jeden Mittag gab es günstiges und gesundes Essen – wenn auch nicht immer super lecker.

Jetzt sitze ich jeden Tag fast acht Stunden vor einem Bildschirm und wenn ich gesund speisen möchte muss ich entweder etwa 1000 Yen (ca. 7,80€) pro Mahlzeit ausgeben oder zuhause etwas kochen und mitnehmen. Letztendlich esse ich viel Conbini-Fraß.

In den wärmeren Monaten war ich mit meinem Mann draußen und habe Tennis gespielt, aber als es dann kälter wurde, wurden wir beide etwas couch-potato-iger. Da ich inzwischen leider auch nicht mehr ganz ganz jung bin und mich auf meinem super Stoffwechsel ausruhen kann hat sich das alles natürlich sofort gerächt: Als ich bei meiner Frauenärztin auf der Waage stand, wir haben keine zuhause, wog ich plötzlich einige Kilo mehr. Natürlich hatte ich schon vorher gemerkt, dass einige Sachen etwas enger geworden waren – aber hey, Klamotten schrumpfen sicher auch im kalten Wasser. 😉

Lange Rede kurzer Sinn: Wir haben uns vor eineinhalb Wochen bei einem Fitnessstudio angemeldet. Und zwar bei Konami Sports! 😀 Ja, das Konami. Die Leute, die die Videospiele Silent Hill und Metal Gear Solid vertreiben, betreiben in Japan eine Fitnessstudiokette. Leider hat die aber wirklich gar nichts mit den Spielen zu tun.

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Nun war ich noch nie in einem deutschen Fitnessstudio und kann deswegen nur schildern, wie es bei genau diesem einen Anbieter in Japan aussieht: Die Studios sind in vier Kategorien mit aufsteigenden Preisen eingeteilt. In Chiba (千葉県 Chiba-ken), wo wir wohnen, sind die meisten Kategorie III, in Tokyo sind zumindest die an den netten Orten Kategorie IV. Man bezahlt je nachdem wie oft man hingeht zwischen 3,996Yen (ca. 31€) für zweimal im Monat bis 12,895Yen (ca. 101€) für unbegrenzte Besuche. Je nachdem in welcher Krankenversicherung man ist gibt es übrigens auch Rabatte, also auf jeden Fall mal nachschauen! 🙂 Wenn man ein anderes Studio derselben Kategorie oder eines einer geringeren Stufe besuchen möchte geht das ohne Probleme, ansonsten zahlt man ein wenig drauf. Wenn man einmal mehr im Monat hingehen möchte zahlt man 1,836Yen (ca. 14,30€) extra, und wenn man ein Mal weniger hingeht kann man im nächsten Monat ein Mal mehr trainieren. (alle Preise für Kategorie III)

Also ziemlich teuer, aber ohne Knebelvertrag. Wenn wir keine Lust mehr haben können wir bis zum zehnten jeden Monats zum Monatsende kündigen. Derzeit haben sie eine spezielle Aktion, bei der man bis Ende Februar für 4,428Yen (ca. 34,50€) überall soviel man will Sport machen kann. 🙂 Wir schauen mal, was wir nach Februar machen.

Im Studio selbst darf man übrigens nicht fotografieren. Für mich ist das etwas schade, weil es doch nicht so einfach ist den Blog zu illustrieren, aber es gibt auch kein impromptu Photoshooting mit irgendwelchen Muskelbergen. 😉 Ich werde euch demnächst trotzdem mal auf Instagram meine Sportoutfits zeigen.

Uns gefällt es soweit sehr gut. Zwar gibt es auch in derselben Kategorie Unterschiede im Alter des Equipments, aber nichts ist kaputt oder dreckig. Am Abend ist es nicht so voll, dass man irgendetwas nicht benutzen könnte, und das Personal ist durchaus hilfreich. Für meinen Mann sehr wichtig: Die meisten Filialen haben große Baderäume, wie im 銭湯 (Sentô). Für mich sehr wichtig: Sie haben auch viel Programm. 😉

Les Mills kannte ich durch die Arbeit zwar schon, und in Videos sieht es teils ziemlich ätzend aus, aber für mich funktioniert Training mit einem Vorturner ganz gut. Da kann ich mich nicht rausreden. 😉 Ansonsten bin ich letztens vier Kilometer gelaufen. Zwar drinnen und mit kontrollierter Geschwindigkeit, aber bald klappt das auch um den kaiserlichen Palastgarten.

Ich mag Sport. Nicht nur weil Bewegung Endorphine produziert, sondern auch, weil ich eine bessere Beziehung mit meinem Körper bekomme. 🙂 Sich selbst und seinen Körper zu mögen ist gar nicht so schlecht. 🙂

Macht ihr Sport? Was für welchen? 🙂

P.S. Ich wollte mal das Preisniveau von deutschen Fitnessclubs recherchieren und musste feststellen, dass die meisten keine konkreten Preise auf ihrer Website nennen! Nicht sehr vertrauenserweckend… Bei Konami findet man die Preise ganz leicht.

Japan vs. Kambodscha: „Gehen wir und setzen uns in ein Restaurant?“

IMG_3369Vor einigen Wochen ging eine E-Mail durch’s Büro: „Wir haben Tickets für das Fußballspiel Japan gegen Kambodscha, wer will, wer will, wer hat noch nicht?“ Nachdem ich leider letztes Mal keine Karten für Rugby abbekommen hatte, sollte es zumindest Fußball sein. Nachdem ich die Tickets gewonnen hatte fand ich auch recht schnell jemanden, der mit mir hingehen würde: Masami, die Assistentin einer anderen Abteilung.

Masami ist wie ich recht neu und über eine 派遣会社 (Haken-gaisha; Zeitarbeitsfirma) angestellt – es gibt also immer recht viel zu quatschen. 🙂

Am Spieltag war das Wetter sich offensichtlich unschlüssig – Auf Nieselregen folgte Sonnenschein folgte Platzregen. Leider regnete es während großer Teile des Spiels und die freien Sitzplätze (also ohne Sitzplatzreservierung) im 埼玉スタジアム (Saitama Stadium) haben kein Dach… Kurz nachdem wir Plätze gefunden hatten überlegten wir ernsthaft einfach wieder zu gehen. Schlechtes Wetter, und der Spielausgang war eh schon klar.

Zum Gück wurden wir dann aber von unseren Plätzen vertrieben* und mussten uns weiter vom Spielfeld weg hinsetzen. Dafür waren wir aber auch näher an der Wand für das Dach der Leute mit den teureren Tickets und wurden immerhin nicht mehr nass.

* Es hatte sie wohl jemand reserviert, aber so unoffensichtlich, dass wir dachten sie wären frei. In Japan ist nichts mit „Weggegangen Platz vergagen“, wenn auf dem Sitz irgendetwas liegt ist der reserviert.

Das Spiel selbst – nun ja, Kambodscha ist auf Platz 180 der FIFA-Weltrangliste. Auch wenn Japan nicht gerade hervorragend spielt sind sie haushoch überlegen. Der Großteil des Spiels fand auf der Seite mit Kambodschas Tor statt. Spaß macht es trotzdem immer zuzusehen, weil die Atmosphäre im Stadion hervorragend ist. 🙂

Nächstes Mal werde ich trotzdem wahrscheinlich nur bei der Ticketverlosung mitmachen, wenn Japan gegen jemanden spielt, der eine Chance hat – China, Korea, die Vereinigten Arabischen Emirate. Oder auch Nordkorea, gegen die haben sie letzten Monat 2 zu 1 verloren. Diese Information hat bei einer anderen Kollegin übrigens Lachkrämpfe ausgelöst.

Wir sind so schwach, dass wir gegen Nordkorea verlieren?! Das kann ja was werden.

Dann vielleicht nächstes Mal doch lieber Rugby. Beim Baseball war ich auch noch nicht…

Heute kein Eintrag. 

Eigentlich hatte ich mich psychisch schon darauf vorbereitet einen Jubel-Eintrag zu schreiben.

JA, DIE JAPANISCHEN FRAUEN BLEIBEN WELTMEISTER!!

Blieben sie dann aber nicht. 5-2 verloren gegen die USA. Denen gönne ich es natürlich, dennoch bleibt mir, in meinem Nationalmannschaftstrikot*, nichts anderes übrig als ein wenig Trübsal zu blasen.
* zugegebenermaßen von der Männer-Mannschaft

Außerdem war ich am Wochenende zu beschäftigt um Einträge zu schreiben, da macht sich so ein verlorener Weltmeistertitel als Ausrede ganz gut. 😉

Wir hören am Mittwoch wieder voneinander. 🙂