Hiroshima, Teil 1: Kure.

Für unsere Reise nach Hiroshima entschieden wir uns gegen das Flugzeug und für die Schnellbahn. Erstens ist Bahnfahren weniger anstrengend und zweitens ist der Flughafen Hiroshima eh irgendwo im Nirgendwo. Nachdem wir um sechs Uhr morgens in Tokyo in den Zug gestiegen waren, kamen wir um zehn vor zehn mitten in der Stadt Hiroshima an.

Kurze Anmerkung: Sowohl die Präfektur als auch die Stadt heißen Hiroshima (広島). Wenn ich hier in den Überschriften von Hiroshima schreibe, meine ich die Präfektur Hiroshima. Wir waren in verschiedenen Städten in der Präfektur, aber auch in der Stadt Hiroshima.

Direkt vom Bahnhof Hiroshima aus machten wir uns auf den Weg nach 呉 (Kure), einer Nachbarstadt. Bekannt ist sie als ehemalig größter Sitz der japanischen Marine. Nur einen kurzen Weg vom Bahnhof entfernt befinden sich deswegen gleich zwei Marine-Museen: Das Yamato Museum (大和ミュージアム) und das JMSDF Kure Museum (海上自衛隊資料館).

(JMSDF = Japanese Martime Self Defense Force)

flugzeug-und-uboot

Wir besuchten erst das Yamato Museum. In die ständige Ausstellung kommt man als Erwachsener für 500¥ (ca. 4,40€).

Was man als erstes sieht, ist eine Nachbildung des Kriegsschiffes Yamato im Maßstab 1:10. Die Yamato war zu ihrer Zeit das schwerste Kriegsschiff der Welt, den Krieg überstand sie trotzdem nicht. Die Fantasie der Japaner regt sich dafür noch immer an, auf die Yamato sind viele stolz.

Das Museum ist etwas eigenartig, einerseits wird von der Geschichte Kures erzählt, und von der überragenden Technik der dort hergestellten Kriegsmaschinen. Ich habe kein Problem damit, das zu glauben. Einen Hochgesang auf technische Überlegenheit von Kriegsschiffen ein paar Schritte von Abschiedsbriefen von jungen Männern der Kamikaze-Einheiten* entfernt zu sehen, fand ich dennoch morbide.

Zum Glück gibt es auch einen Bereich zum Wiederaufbau Kures als friedliche Stadt. Den hatten meine Nerven dringend nötig. Kriegsmuseen sind eben kein Garant für gute Stimmung – Wer hätte es gedacht.

Im Obergeschoss gibt es einen recht netten Ausprobier-Bereich für Kinder, in dem sie so einige Dinge über den Schiffsbau und andere Dinge lernen können.

* Auf Japanisch hießen die übrigens 特別攻撃隊 (Tokubetsu Kōgeki-tai) oder kurz 特攻隊 (Tokkōtai): Spezial-Angriffseinheiten. Der Zusatz 神風 (Shinpū, oder falsch gelesen Kamikaze) tauchte im Museum auf Japanisch nicht auf.

Bevor wir uns auf den Weg zum nahegelgenen zweiten Marine-Museum machten, gab es erst einmal Mittagessen. Und was kann es zwischen zwei Marine-Museen anderes geben als Marine-Curry (海軍カレー)? Wie, ihr wisst nicht, was es damit auf sich hat?

Auf jedem Schiff der japanischen Marine gibt es jeden Freitag Curry. Auf jedem. Das hat etwas damit zu tun, dass man nach Wochen auf einem Schiff das Gefühl für Wochentage verliert. Um dem entgegenzuwirken, gibt es alle sieben Tage Curry. 🙂

kujira-1

Das Marine-Museum ist kostenlos und wird recht offensichtlich für die Werbung für die Marine genutzt. Dementsprechend geht es hier nicht um Kriegsgreueltaten, sondern um Minen und U-Boote.

Nach dem Krieg war das Meer um Japan herum mit Minen versetzt. Die Marine machte es wieder möglich, ohne Angst zu passieren. Im Museum wurden dafür verschiedene Minenarten und Techniken vorgestellt. Uns beiden war es vorher gar nicht klar gewesen, wie gefährlich die Meere auch nach dem Krieg noch waren.

kujira-2

Im U-Boot-Teil der Ausstellung konnte man unter anderem schauen, wie gut man wohl in einem der Betten dort schlafen könnte. An sich ist es nicht komplett ungemütlich, wenn man nicht klaustrophobisch ist (aber dann sollte man vielleicht eh nicht auf einem U-Boot anheuern), aber wenn man bedenkt, dass unter und über einem auch noch zwei Leute schlafen – Nein danke.

Das U-Boot, dass ihr im Titelbild sieht, gehört auch zu diesem Museum und kann besucht werden. Wegen ihm heißt das Museum auch Stahlwal-Gebäude (てつのくじら館 ).

Es ist wirklich mit allem ausgestattet, auch wenn man natürlich nicht alles anfassen kann. Ein wenig steuern ist natürlich drin, und man darf auch mal durchs Periskop schauen. Mein Mann musste mit seinen stolzen 181 cm Körpergröße gebückt laufen, um sich nicht den Kopf zu stoßen. 😉 Wir sind wahrscheinlich beide nicht für das Leben im U-Boot gemacht.

Insgesamt war Kure durchaus spannend, aber auch etwas deprimierend. Aber hey, zu dem Zeitpunkt war ich noch gar nicht im Friedenspark in Hiroshima fast in Tränen ausgebrochen!

Noch am frühen Nachmittag setzten wir uns dann wieder in die Bahn, schließlich war das Wetter viel besser als erwartet und wir wollten Miyajima (宮島) sehen.

Ghibli-Museum in Mitaka.

Am Donnerstag Morgen machten wir uns im strömenden Regen auf den Weg nach Mitaka (三鷹) um ins Ghibli-Museum zu gehen. Nachdem ich über den schönen japanischen Herbst geschrieben hatte, wurde der nämlich trotzig. Zwei Wochen lang regnete es fast jeden Tag.

Während man eigentlich vom Bahnhof Mitaka bis zum Museum laufen kann, hatte im Regen natürlich niemand Lust darauf. Entsprechend voll war die Bushaltestelle in Richtung Museum, und wir waren uns nicht sicher, ob wir hineinpassen würden. Kurzerhand stiegen wir in ein Taxi, um statt an der Bushaltestelle vor dem Museum anzustehen. Welch Verbesserung. 😉

Unsere Tickets waren für die frühste verfügbare Zeit, also zehn Uhr morgens. Als wir um etwa 15 Minuten vor zehn ankamen, wand sich die Schlange bereits bis außerhalb des Museumsgeländes. Ganz langsam ging es voran, bis wir unter Planen standen und kontrolliert wurden: Dass nur der Käufer der Karten (mit Begleitung) ins Museum kann, wird unglaublich ernst genommen. Ihr solltet also bei einem Besuch auf jeden Fall euren Pass oder, falls ihr in Japan lebt, Residence Card oder Führerschein mitnehmen.

eingang-totoro2

Als wir es endlich ins Trockene geschafft hatten, bekamen wir Tickets mit einem Filmstreifen aus einem der neueren Ghibli-Filme. Meiner war von „Das wandelnde Schloss“, der von meinem Mann – keine Ahnung. Es war kein Charakter darauf zu erkennen. Etwas schade, aber die Idee selbst ist ziemlich cool. 🙂

Das Museumsgebäude selbst wurde nach Zeichnungen von Hayao Miyazaki, dem Schöpfer der bekanntesten Ghibli-Filme, erbaut. Auf drei Etagen kann man sich frei bewegen und so einiges entdecken. Nur Fotos dürfen keine gemacht werden, weswegen die folgenden Bilder nicht aus meiner Kamera stammen.

22131

©Nibariki ©Museo d’Arte Ghibli ©Studio Ghibli

Um ehrlich zu sein, war ich mir gar nicht sicher, was uns erwarten würde. Ich hatte mich vorher nicht großartig informiert, und wusste nur, dass es eine ständige und eine wechselnde Ausstellung gibt. Was ich nicht wusste ist, wie verdammt cool die sind.

Im Erdgeschoss gibt es ein kleines Kino, in dem nur dort zu sehende Studio Ghibli-Kurzfilme gezeigt werden und einen Ausstellungsraum, in dem die Geschichte der Animation auch für Kinder verständlich erklärt wird. Zwar kannte ich das natürlich schon, trotzdem war es sehr schön aufgemacht.

Über eine Treppe oder einen Fahrstuhl kommt man in die oberen Stockwerke. Im ersten Obergeschoss wird in einem Teil des Gebäudes erklärt, wie die Zeichnungen entstehen. Zur Illustration gibt es natürlich viele Zeichnungen aus den Ghibli-Filmen, euren Lieblingsfilm findet ihr sicher auch. Die Erklärungen sind großteils nur auf Japanisch, und mit Hayao Miyazaki als Schweinchenillustration versehen. 😀

Außerdem im zweiten Stock ist die wechselnde Ausstellung, diesmal unter anderem mit einem Katzenbus für Erwachsene. Im Raum nebenan, möglicherweise auch nur kurzzeitig, hing eine Flugmaschine und an den Wänden hingen Schemata von riesigen Schiffen. Als Kind hätte ich das absolut geliebt, und auch als Erwachsene hat es unglaublich viel Spaß gemacht.

Was wir diesmal leider auslassen mussten: Das Café Mugiwarabōshi (麦わらぼうし). Es war einfach viel zu voll, und wir hatten keine Lust anzustehen. Beim nächsten Mal würden wir wohl direkt nach dem Einlass ins Café rennen.

Im dritten Stock befindet sich der Katzenbus für Kinder. Auf den darf man sogar raufklettern! Leider bin ich schon länger nicht mehr zwölf Jahre alt, deswegen blieb mir dieses Erlebnis verwehrt. 😉 Außerdem: Ein Zimmer, in dem Kinderbücher vorgestellt werden. Ich finde es super wichtig, mit Kindern zu lesen, und wenn ein paar Familien so Anregungen bekommen, ist das schon toll.

Das Museum hat natürlich auch einen Museums-Shop. Dort gibt es einige Dinge, die man auch in den Ghibli-Shops bekommt, und andere Dinge, die es nur im Museum gibt. Ich konnte mir natürlich einen kleinen Einkauf nicht entgehen lassen.

3762151530_9a906d8c24_b

Von Temaki, Creative Commons, geschnitten und verkleinert

Was wir uns freiwillig entgehen lassen haben: Den Garten auf dem Dach des Museums. Dafür war das Wetter einfach viel zu schlecht, auch wenn wir gern den Roboter-Soldaten von „Das Schloss im Himmel“ gesehen hätten. Aber wir gehen sicher noch einmal hin, spätestens wenn wir Kinder haben.

Die Schlange am Eingang war nämlich zwar ziemlich beeindruckend lang, im Museum hatten wir aber nur sehr selten das Gefühl, dass es zu voll sei. Kein Schlangestehen, keine vorgegebenen Wege, es war wie im Himmel, auch wenn mein Mann etwas verwirrt war.

Er: 順路は? (Wo ist die vorgegebene Route?)

Ich: ないと思う (Die gibt es glaube ich nicht.)

In so gut wie jedem Museum in Tokyo muss man sich nämlich schön der Reihe nach die Ausstellungsstücke anschauen. Keine Chance, irgendetwas auszulassen oder etwas länger anzusehen, man ist zwischen Vor- und Hintermann quasi eingeschlossen.

Ich würde den Besuch jedem empfehlen, der sich für Animation und/oder Ghibli interessiert. Auch ohne alles lesen zu können, kriegt man recht viel mit und schön ist es auf jeden Fall! Wie ihr an Tickets kommt, lest ihr hier.

三鷹の森ジブリ美術館
東京都三鷹市下連雀1-1-83

Ghibli Museum, Mitaka
Tokyo, Mitaka, Shimorenjaku 1-1-83

Fließend?

Diese Woche hatte einer meiner Vorgesetzten ein Vorstellungsgespräch mit einem Bewerber – oder eher der Bewerber mit ihr. Weil ich natürlich etwas neugierig war, habe ich mir die Bewerbung angesehen. Darauf stand, dass der (nicht-japanische) Bewerber vor über einem Jahrzent den jetzigen JLPT N2, also die zweitschwerste Stufe des Japanischtests für Ausländer, bestanden hatte. Außerdem hatte er direkt dahinter geschrieben, er sei „fluent“, also „fließend“. Ich war folglich schwer beeindruckt.

Für mich selbst nehme ich nicht in Anspruch, fließend Japanisch zu sprechen. Zwar habe ich im Alltag absolut keine Probleme, und auf Arbeit wurde ich schon mehrmals gefragt, welcher meiner Elternteile denn eigentlich der japanische sei, aber so richtig 100% perfekt ist es nicht. Ich würde gern besseres Japanisch sprechen. Mit mehr Adjektiven und weniger Verbesserungen von meinem Mann.

Vielleicht will ich mich auch nicht überschätzen. Wenn man sich selbst ganz oben verortet, ist die Fallhöhe recht groß. Wenn ich tatsächlich von mir selbst annehmen würde, perfektes Japanisch zu sprechen, wäre es mir verdammt peinlich, wenn ich mal wieder Silben vertausche* oder nachfragen muss. So ist es mir übrigens auch peinlich. 😉 Zum Glück mache ich auf Deutsch nie Fehler oder verspreche mich. Nie!

* Vor einigen Wochen sagte ich zu meinem Mann statt 広島楽しみ!(Hiroshima tanoshimi!; Ich freu mich auf Hiroshima!) ひろしみたのしま! (Hiroshimi tanoshima!)… Jetzt fragt er mich mindestens einmal täglich, ob „Hiroshimi tanoshima?“

Nach dem Vorstellungsgespräch sprach ich kurz mit meiner Vorgesetzten, und meinte, dass das Japanisch des Bewerbers sicher total toll war.

Sie: Nicht wirklich. Auf einer Party ginge sein Japanisch sicherlich klar, auch wenn man mit ihm zusammen essen gehen würde – aber zum Arbeiten? Nein.

Das ist nämlich auch noch mal ein Unterschied, vor allem auf Japanisch. Höflichkeitssprache muss man stumpf pauken, Etikette auch. Sich mit Freunden zu unterhalten ist Welten davon entfernt, mit einem möglichen Geschäftspartner zu reden.

Ab wann würdet ihr euch eigentlich als „fließend“ bezeichnen? Wenn es um Englisch geht, habe ich da nämlich gar keine Probleme, aber Japanisch…

Projekt Haus: Umzug.

Am 3. Oktober werden endlich die Umbauarbeiten an unserem* Haus beginnen. Da unter anderem die Treppe im Inneren des Hauses rausgenommen wird, können meine Schwiegereltern natürlich nicht während der Bauarbeiten dort wohnen bleiben. Am Samstag war deswegen Umzug angesagt, in eine Wohnung etwa zwei Gehminuten von unserer entfernt.

* Also am Haus der Schwiegereltern, aber auch unserem. Irgendwie.

Zwar hatten meine Schwiegereltern in den letzten zwei Monaten schon unglaublich viel Zeug weggeschmissen (Schätzungen zufolge etwa 900kg!), aber trotzem hatten sie natürlich noch sehr viel Kram. Unter anderem könnten sie wahrscheinlich mit den ganzen Vorräten eine Drogerie eröffnen. Mit den Massen an Klamotten wäre wahrscheinlich auch eine Boutique drin.

imhaus

Das ganze große und schwere Zeug wurde glücklicherweise von einer Umzugsfirma in die neue Wohnung gebracht.

Umzugsfirmen gibt es in Japan viele. Da die meisten Vermieter recht pingelig sind, wenn es um den Zustand der Wohnung geht, werden die Wände mit Planen abgedeckt. Bei einem Haus, in dem sowieso die Wände neu tapeziert werden, wäre das natürlich eigentlich nicht nötig gewesen. 😉

Bei Wohnungen in den oberen Stockwerken werden sogar die Aufzüge mit Schutzplanen ausgestattet.

Die Schuhe werden natürlich auch ausgezogen, aber das ist hier sowieso gang und gäbe. Handwerker, die mit Schuhen in die Wohnung kommen, gibt es hier nicht. Dafür hatten die Umzugsmenschen sogar genormte Socken mit dem Firmenlogo. 😀 Und ja, ein putziger Pandabär und Umzugsfirma geht hier total zusammen.

Mocha**, der Hund der Schwiegereltern, wusste natürlich gar nicht, was um sie herum passierte. Folglich kam sie im Haus gar nicht zur Ruhe. Als ich mit ihr zum Fluss Gassi gehen wollte, weigerte sie sich an einem bestimmten Punkt aber einfach, weiterzugehen. Egal auf welchem Umweg ich sie dem Fluss näherbringen wollte – es brachte nichts. Wahrscheinlich hatte sie Angst, dass sie allein zurückgelassen wird. 😦 Wir mussten sie dann tatsächlich auch für eine Zeit in einem Zimmer quasi einsperren, einfach weil es gefährlich gewesen wäre, sie herumlaufen zu lassen.

** Schreibweise variiert. Auf Japanisch ist es モカ (Moka), wird aber nicht mit langem „o“ gesprochen.

Nach zwei Tagen Umzug ist jetzt zum Glück endlich so gut wie alles in der neuen Wohnung.

Ende Dezember oder Anfang Januar wird das Haus fertig umgebaut sein. Dann werden wir und auch meine Schwiegereltern wieder umziehen. Mein Mann und ich haben beschlossen, dass wir nach Möglichkeit alles von einer Umzugsfirma transportieren lassen werden. So viel Kram haben wir zum Glück nicht, aber den Stress wollen wir uns trotzdem sparen. Den Muskelkater auch. 😉

Mein neuestes Lieblingsstück.

Einige von euch haben sicher mitbekommen, dass ich mich schon unglaublich auf den Herbst freue. Ich kann es gar nicht erwarten, dass es endlich wieder kühler wird.

Diesen Sommer ging es modetechnisch auch nicht so sehr vorwärts. Natürlich kaufte ich trotzdem Klamotten, vor allem T-Shirts und Cardigans von Uniqlo. Aber ganz im ernst, so richtig spannend war das nicht. Ich fand tatsächlich einfach nichts Ansprechendes in den Läden. Dabei bin ich doch sonst so gut im Shoppen?!

Aber natürlich war mir nicht etwa mein Shopping-Mojo abhandengekommen, an diesem Dilemma war der Sommer mit seinen dünnen, knalligen Klamotten schuld. Das ist für mich einfach nicht sonderlich interessant.

Vor zwei Wochen gingen mein Mann und ich in Yūrakuchō (有楽町) Bummeln. Einfach mal in die Läden schauen, idealerweise ohne etwas zu kaufen. Das klappte auch sehr gut, bis ich etwas sah, was meine Aufmerksamkeit erregte. Dieses Jahr ganz in sind Coadigans (コーディガン), das ist ein Portmanteau aus Coat (Mantel) und Cardigan (Strickjacke). Alternativ ist es auch ein Mantel ohne Knöpfe aus fast Winterdeckenmaterial: Also eine Deckejacke. 😀

jackeDie schwedische Winterdecke, die ich letztes Jahr zu Weihnachten von meinen Eltern geschenkt bekam, liebe ich über alles. Wie oft habe ich im Winter in die Elchdecke eingehüllt Tee getrunken und Filme gesehen? Die Deckejacke ist die außerhalb der Wohnung akzeptable tragbare Version dieser Winterdecke – nur halt ohne Elche, dafür mit Taschen. Wohlgefühl zum Mitnehmen, für schlappe 14,000 Yen (ca. 121€). Meine bessere, finanziell verantwortungsvollere, Hälfte war allerdings der Meinung, ich solle noch einmal über den Kauf nachdenken. Spielverderber!

Als mein Mann dann letzten Sonntag endlich sein Examen überstanden hatte, fuhren wir Abends zum Lalaport, einem riesigen Einkaufszentrum in der Nähe. Auch dort hing die Deckejacke, und nachdem ich immerhin eine Woche Zeit zum Überlegen hatte, nahm ich sie mit nach Hause. Endlich mal wieder etwas gekauft, das ich wirklich mag.

Jetzt muss es nur kalt genug werden, damit ich sie auch tragen kann ohne den Hitzetod zu sterben. 😉

Habt ihr Sachen, die ihr hauptsächlich wegen des Gefühls gekauft habt?

(Auf dem Foto: Deckejacke von Beauty & Youth, Hemd und Gürtel von Uniqlo, Jeans von Levi’s, Schuhe von Rockport. Außerdem: Kein Gesicht, weil es zu stressig gewesen wäre meine Haare freizustellen. 😉 )