Die Bummelletzten?

bummelletzterWährend die ganze Welt Pokémon Go spielt, wartet Japan. Und wartet. Und wartet.

Ich muss zugeben, dass ich zwar den Trailer gesehen hatte, aber es nicht weiter verfolgt hatte. Dann plötzlich las ich, dass das Spiel in Australien und Neuseeland veröffentlicht worden war, dann in Amerika, und inzwischen sogar in Deutschland.

In der Zwischenzeit hat sich in Japan absolut gar nichts getan. Hervorragend, da erfinden die Japaner euch das Spiel, und dann sind wir in Japan lebenden irgendwie erst zum Schluss an der Reihe?! Zwar kann man sich das Spiel herunterladen, wenn man denn Zugang zu einem nicht-japanischen AppStore oder Android hat – nur ist die Karte absolut leer. Keine Pokémon, keine Pokéstops, kein nichts.

Es gibt Theorien, warum das so ist. Ich persönlich glaube, dass es an Japan und der Erwartungshaltung der Konsumenten hier liegt. Hätten wir hier Fälle wie in Amerika, wo Nachtclubs und Privathäuser zu Pokéstops erklärt wurden, fände das wahrscheinlich niemand witzig. Dasselbe gilt für Parks, an denen sich plötzlich Menschenmengen einfinden würden. Japan ist in mancher Hinsicht sehr spießig, und es würden sich sicher normale Besucher und Anwohner beschweren. Also gehe ich davon aus, dass die Karten hier genauer geprüft werden, bevor irgendetwas veröffentlicht wird.

Die ständigen Serverprobleme, mit denen man unter anderem in den USA zu kämpfen hat, wären sicher auch sehr enttäuschend für die japanischen Spieler. Fast 10% aller Menschen in Japan leben in Tokyo, es müssen hier also Häufungen an Serveranfragen erwartet werden. Wir in Japan, vor allem in den Großstädten, sind in Hinsicht aufs mobile Internet absolut verwöhnt – wenn wir nur selten überhaupt ins Spiel kämen, würden wahrscheinlich viele auf Nintendo schimpfen und nicht mehr spielen. Japaner sind anspruchsvoll, auch wenn das Produkt kostenlos ist.

Im Moment wird wohl Ende Juli angepeilt, ab dann soll auch das Pokémon Go Plus-Armband verkauft werden – obwohl man sicher auch das weiter nach hinten schieben könnte. Für alle Spieler in Japan ist das natürlich sehr ärgerlich, aber ich hoffe, dass bei uns dann zumindest das Endprodukt stimmt.

Glumanda, Schiggy, oder Bisasam? 😉

(Letztes Jahr war ich mit einer Freundin im Pokémon-Café!)

9 Gedanken zu „Die Bummelletzten?

  1. Glumanda 😉 Wobei man mit einem Trick auch Pikachu fangen kann.

    Das mit dem Release in Japan ist echt der Hammer… ich hoffe ihr kommt bald auch in den Genuß ^_^

  2. Das mit den leeren Karten könnte auch mit Ingress zusammenhängen. Ein AR-Spiel, dass vor einigen Jahren rauskam und bei dem Plätze markiert wurden, an denen es Portale gab und dort so capture-the-flag mäßig gespielt wurde. Was bei Ingress Portale waren wird jetzt als Pokéstops etc. weiterverwendet. Vllt. kam Ingress nicht nach Japan und in Pokémon Go kann man meines Wissens keine neuen Pokestops etc. markieren.

  3. Ist das wirklich ärgerlich ?

    „07:54 | faz: Einzigartiger Datenabgriff mit dem Trick der Gamification

    Anfang vergangener Woche landete das erste Zubat in Frankfurt, und zwar auf der Höhe des Paul-Ehrlich-Denkmals. Der blaue Vogel zeigte seine charakteristischen vier Zähnchen und krakeelte am Westendplatz. Optisch einer Fledermaus ähnelnd, ist dieses Pokémon jedoch mehr als 90 Zentimeter groß und erreicht ein Gewicht von bis zu zehn Kilogramm.“

    https://bachheimer.com/der-glaeserne-mensch

  4. Hallo Claudia

    Ich bin seit längerer Zeit ein fleissiger Leser Deines Blogs 😉
    Da meine Frau und ich quasi in der „umgekehrten Lage“ sind (sie ist in die Schweiz gezogen), habe ich mich entschlossen, das ganze drum und dran etwas in einen Blog zu schreiben.

    Da ich Dich regelmässig lese, habe ich mir die Freiheit genommen, Dich zu verlinken.
    Falls Du möchtest, würde ich mich auch über einen Link Deinerseits freuen:

    http://michelbuehler2.wix.com/japangoesswitzerland

    Ich wünsch Euch beiden alles Gute und hoffe dass Ihr nicht zu stark unter der Hitze leiden müsst!

    Alles Gute aus der Schweiz!

    Michel

    • Ich glaube, das ist den meisten bekannt. In Japan gibt es einfach das Problem, dass niemand große Gruppen von Spielern irgendwo toleriert, die Spnsorship reguliert das ein wenig. Ich habe die Email von McDonald’s gelesen, durch die das geleakt ist – eigentlich ist’s für die nicht besonders positiv, weil sie davon ausgehen, dass die Pokémon Go-Spieler für lange Zeiten mit dem billigsten Getränk Plätze belegen werden. Sie sind in Japan aber auch auf einem absteigenden Ast und müssen mitnehmen was geht.

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