Vom roten Faden.

roter faden

In Deutschland nicht allzu gebräuchlich, kennt man im englischsprachigen Raum den „Pinky Swear“. Um ein Versprechen zu besiegeln, verhakt man seinen kleinen Finger mit dem des Gegenübers.

Dieser Brauch kommt ursprünglich aus Japan, wo er 指切り (Yubikiri) heißt – Fingerabschneiden. Prostituierte schnitten wohl ihre kleinen Finger ab um ihrem Liebhaber zu beweisen, wie wichtig sie ihr Versprechen ihnen gegenüber nahmen. Ziemlich radikal. 😉

Heute schneidet sich kaum noch jemand den kleinen Finger ab, höchstens in der organisierten Kriminalität, trotzdem werden mit dem kleinen Finger Versprechen abgegeben. Er bleibt eben nur an der Hand befestigt.

Aber warum der kleine Finger?

Erst einmal, weil es verdammt schmerzt. Wer sich freiwillig den kleinen Finger abschneidet, meint es wahrscheinlich ernst – und sollte von einem Psychologen unter die Lupe genommen werden. Der kleine Finger ist aber auch sonst in Japan wichtig.

An ihm ist man zumindest in Japan über einen roten Faden mit seinem Schicksalsmenschen verbunden. 🙂 Es gibt alte chinesische Geschichten darüber, z.B. diese : Ein Junge trifft eines Abends einen alten Mann, der ihm sagt, er sei mit dem roten Schicksalsfaden mit seiner zukünftigen Frau verbunden und zeigt ihm das Mädchen. Das junge Mädchen ist dreckig, und der Junge hat kein Interesse an ihr und bewirft sie mit Steinen. Jahre später wird er mit einer Frau verheiratet, die seine Eltern für ihn ausgesucht haben. Als er sie das erste Mal sieht ist er sehr beeindruckt, sie ist eine der schönsten Frauen des Dorfes. Im Gesicht trägt sie eine Verzierung, um eine Narbe zu verstecken: Als sie jung war, warf ein Junge ihr Steine ins Gesicht.

… Sehr romantisch? In China wird der Schicksalsfaden übrigens scheinbar am Fuß befestigt. Warum das anders ist, weiß ich leider nicht.

Auf jeden Fall findet man deswegen in einigen Illustrationen und Fotos rote Fäden oder Schleifen an kleinen Fingern. Es gibt auch Ringe, deren Design daran orientiert ist. 🙂

In Deutschland würde man wahrscheinlich einfach vom „Schicksal“ reden.

Glaubt ihr eigentlich an so etwas? 🙂

2 Gedanken zu „Vom roten Faden.

  1. sehr interessanter Beitrag, hätte nicht gedacht, dass der Ursprung in Japan liegt XD

    Ja, ich glaube schon an Schicksal, aber auch, dass man es relativ selbst beeinflussen kann 😀

  2. Ich glaube nicht daran (kein Wunder wenn man mal 12 Jahre Single ist), aber ich finde die Vorstellung sehr romantisch und hat mir immer schon gut gefallen. ^___^

    Warum die Japaner sich so gerne Finger abschneiden, werde ich nie verstehen. ;P

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