Peinliche Geschichten ums Essen.

Es ist mitten in der Woche, in Tokyo ist es kalt und regnerisch. Wir könnten also alle ein wenig Aufheiterung vertragen, weswegen ich euch zwei Geschichten erzählen werde, bei denen ich mich zum Affen gemacht habe. 😀

Popo-Rettich

Während meines Working Holidays habe ich zuerst bei einem deutschen Restaurant gearbeitet. Das Restaurant gibt es heute nicht mehr, aber das ist um ehrlich zu sein auch nicht besonders traurig. Auf jeden Fall hatten wir jeden Tag ein anderes Mittagessen des Tages (日替わりランチ; Higawari Ranchi/Lunch), das wir am Morgen auswendig lernen mussten.

Ich weiß nicht mehr, was genau es gab, aber hier ist in etwa, was ich den Gästen erzählte:

日替わりランチはハンバーグとおしり大根 (Higawari Ranchi ha Hanbâgu to Oshiri Daikon)

Woraufhin die Leute mich komisch ansahen. Ich wiederholte die Ansage natürlich, mir war nicht klar, was ich falsch gemacht haben könnte. Bis mein Kollege meinte:

おろし (oroshi), nicht おしり (oshiri)!

Ich versank spontan im Boden. Während oroshi nämlich „gerieben“ heißt, ist oshiri… der Hintern. Seit ich die Geschichte einmal meinem Mann erzählt habe, zieht er mich immer mal damit auf… Hmpf.

Kühle Nudeln

Vor viereinhalb Jahren heirateten mein Mann und ich, und im Sommer zogen wir zusammen in eine kleine Wohnung. Erst nach eineinhalb oder zwei Monaten hatte ich einen Job, davor war ich quasi ständig zuhause.

Vom Kochen hatte ich nicht so wirklich den Plan, als mein Mann sich zum Abendessen 冷やしうどん (Hiyashi Udon; gekühlte Udon-Nudeln) wünschte, ging ich brav Udon und つゆ (Tsuyu; Soße für japanische Nudeln) kaufen. Bevor mein Mann nach Hause kam, bereitete ich die Nudeln vor und stellte sie in den Kühlschrank. Sind ja schließlich gekühlte Nudeln, oder?

… Ehm, nein, so funktionieren kalte Nudelgerichte nicht, wie mir mein Mann ganz verblüfft erklärte. Ich musste ihm erst meinen Gedankengang erklären, bevor er verstand, was genau ich versucht hatte.

Bei kalten japanischen Nudelgerichten kocht man die Nudeln, wäscht sie dann mit kaltem Wasser und benutzt kalten Tsuyu. Meine Kühlschrankkreation war nicht wirklich essbar, aber mein Mann hatte etwas zu lachen. Immerhin etwas. 😉

Erzählt mir von euren Küchenkatastrophen oder peinlichen Wortverwechslungen! Dann fühle ich mich nicht so allein. 😀

19 Gedanken zu „Peinliche Geschichten ums Essen.

  1. Meine peinlichster Versprecher hat nichts mit der Küche zu tun, aber ich erzähl es trotzdem.
    Eines Tages wollte ich mich bei meinem Freund dafür entschuldigen, dass ich ihn morgens immer aufwecke, wenn ich mich für die Uni fertig mache.
    Aber anstatt das Wort起こす(okosu=aufwecken), hab ich ausversehen 犯す(okasu=schändigen, vergewaltigen) benutzt haha
    Er hat so laut losgelacht, und meinte nur, dass ich das gerne tun dürfte. xD;

    • 😀 Hallo,
      es ist zwar nicht Japanisch und eher Situationskomik:
      Wir waren auf Teneriffa unterwegs und sind völlig ausgehungert in einer Jugendherberge gestrandet. Dort habe ich total ernst auf Spanisch gesagt: „Tengo hombre“ statt „Tengo hambre“. Der Kellner ist total verdattert weg gegangen und meine Schwester meinte unter Lach-Tränen, dass ich ihm jetzt ganz mitleidig erklärt habe, dass ich einen Mann habe…

  2. Wir waren einmal mit unserer Dojo-Gruppe in dem Laden von einem guten Bekannten unseres Lahrers und haben dort eine gute Stange Geld gelassen. Der Händler war natürlich dementsprechend gut gelaunt und wir hatten eine schöne Zeit mit ihm. Zu unserer Gruppe gehörte zum damaligen Zeitpunkt auch jemand, der mehr oder weniger spontan mit uns gereist ist und sich bisher kaum mit Japan und seiner Sprache beschäftigt hatte. Aber er hatte mit einem deutsch-japanischen Grundschulkind während des Fluges ein paar Wörter gelernt. Als er sich nun mit 「左様なら」(sayonara) verabschieden wollte, hat er den Anfang „vernuschelt“, wodurch das gesagte schlussendlich in 「くさいおなら」(くさい = stinken,überlriechend; おなら = Furz, Pups) resultierte. Der Ladenbesitzer hat es mit Humor genommen, hatte aber doch starke Probleme das Lachen zu unterdrücken. Als wir dann aus dem Laden raus waren, haben wir unseren verwirrten Freund aufgeklärt.

  3. Sprachkurs in Großbritannien vor gaaaaanz gaaaaaaanz vielen Jahren:
    Abends mit der Gruppe zusammen Essen gegangen und dem Kellner ganz fröhlich erzählt:
    „I become the chicken!“
    (Und freute mich noch, das er so fröhlich zurückgrinste…. o_O)
    Was wohl auch erklärt wie dringend ich den Sprachkurs damals gebraucht hatte… *Pein*

    LG,
    Viola

  4. oh, so vieles. auf japanisch ist mir der 星のおじいさま statt 星の王子様 im Gedächtnis geblieben…Hatte da Privatstunde in der Highschool und zum üben „der kleine Prinz“ lesen müssen. Meine Klassenkameraden haben dann gefragt, was ich lese…und haben sich vor Lachen in den Dreck geworfen, als ich ihnen vom „Opa von den Sternen“ erzählte. Naja… 😀

    Ebenfalls in Japan, aber Englisch-Fail: Traf mich mit einem Ami zum Essen. History major. Redeten über Deutschland und den zweiten Weltkrieg. Hatte vorher hier und da das englische Wort „rad“ gelesen und dachte, es bedeutet „crazy“ (nach kontext negativ/positiv konnotiert). Und ich so bezüglich Holocaust: „yeah, dude. pretty rad times…“ – und er so: „äääh…was????“.

    oh. ja. also…“rad“ bedeutet wohl eher sowas wie „awesome“. okay. peinlich… 😀

  5. Viele Dank fürs erinnert werden: da waren einige peinliche Versprechen, wahrscheinlich viele mehr, als mir bewußt sind.
    Meinem japanischen Mann ist seine erste Bento 🍱 Box von mir wohl unvergesslich. Noch heute, 10 Jahre später werde ich damit aufgezogen: Sein Mittagessen an diesem Tag (das er stolz vor den Augen seiner Kollegen öffnete) bestand aus Reis mit einer Umeboshi, einer roten sauren Pflaume, oben drauf. Dazu hatte ich ihm noch ein paar Stückchen Gurke an dir Seite gelegt. Fertig! Die Geschichte erzählt er immer gerne, wenn ihn japanische Freunde fragen, ob ich ihm ne Bento 🍱 Box für die Arbeit mache. Und auch heute mache ich ihm manchmal aus Spaß und der Erinnerung wegen die „japanische Flagge“ mit Gurke 😁

  6. nya, meine peinlichste Story zeigt eigentlich nur wie unfähig und desinteressiert ich in der Küche war.

    Ich war so 15 oder 16 Jahre alt, als ich zum ersten Mal mir selber was kochen wollte, hatte nämlich großen Hunger auf Reis. Und ich hab natürlich meine Mama auch gefragt, was man denn alles dazu bräuchte….die Antwort meiner Mutter damals: Einen Topf und Reis. Ich voll erstaunt, mehr nicht? und soll der Reis in der Tüte bleiben oder lieber ohne Tüte. Meine Mama meinte nur ist egal, wie du willst. Ich so ok, zack Topf auf Herd, Reis mit Tüte rein und Herd angemacht….

    Nach paar Minuten hat es angefangen zu stinken und zu qualmen, die Tüte war am schmoren.
    Mir hatte niemand gesagt, dass ich auch Wasser brauche *lach*

    Von da an, macht sich meine Familie ständig lustig über mich, wenn ich mal in der Küche was kochen will.

    😀

  7. der essens-versprecher stammt von einem freund von bekannten.. also wohl eher unter „urban legend“ einzuordnen?

    der freund hatte sein „itadakimasu“ – mahlzeit nicht richtig hin bekommen und daraus ein „ika dashimasu“ – ich kotz den tintenfisch hoch – gemacht! 🙂

    von mir höchstpersönlich stammt das „ashita ai-shimashou?“ – wollen wir morgen liebe machen? zu meinem männlichen senpai an der uni! natürlich wollte ich ihn eigentlich fragen ob wir uns treffen können – „ashita aimashou?“

  8. Pingback: Liebster Blog Award. | 8900 km. Berlin ⇔ 東京

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