Cup Noodles Museum in Yokohama.

Wer kennt sie nicht – Fertignudeln. Das liebste Frühstück, Mittag und Abendessen aller Jugendlichen und Studenten. 😉

IMGP1941Fertignudeln wurden von 安藤百福 (Andô Momofuku) erfunden, als er nach dem zweiten Weltkrieg sah, wie lange Leute für einfache ラーメン (Ramen-Nudeln) anstanden. Dass er auf der Suche nach einer neuen Geschäftsidee war, spielte sicher auch hinein. 😉 Bis 2005 war er Firmenpräsident der Firma Nissin, die der geneigte Leser vielleicht aus seinem heimischen Supermarkt kennt: Demae Ramen, Cup Noodles und Top Ramen sind Nissin-Produkte.

IMGP1923In 横浜 (Yokohama) gibt es seit einiger Zeit das Cup Noodles Museum, erbaut von ebendiesem Nissin-Konzern. Der Museumsteil war nicht unglaublich groß und für mich auch ein wenig zu lobhudelnd, aber um ehrlich zu sein, besucht auch niemand vordergründig das Cup Noodles Museum um etwas über Nudeln zu lernen.

IMGP1931Für 300Yen (2,35€) kann man sich seine eigenen Cup Noodles zusammenstellen! 😀 Dafür bekommt man zuerst einen Becher, den man dekorieren kann. Die entstandenen Meisterwerke bringt man im Anschluss an einen Counter, wo erst die Nudeln hineingegeben werden. Oder andersherum: Der Becher wird über die Nudeln gestülpt und dann umgedreht, ansonsten klappt das nicht richtig. Die Nudeln würden schräg hineinfallen. Im nächsten Schritt kann man sich eine von vier Suppen und vier von zwölf Zutaten aussuchen.

Zum Schluss wird ein Deckel draufgesetzt, das ganze Paket versiegelt und in eine witzige, aufblasbare Tüte gepackt. Fertig!

IMGP1960Aber man kann sich nicht nur Cup Noodles zusammenstellen sondern auch Chicken Ramen, Nissins erstes Produkt, selbst machen! Für alle über 16 kostet das 500yen und dauert etwa anderthalb Stunden. Dafür bekommt man eine Schürze und ein formschönes Hühnchen-Bandana, das man auch mitnehmen darf. Zuerst wird der Teig gemischt, dann geknetet und dann flachgedrückt.

IMGP1976Danach wird der Teig etwa zehn Mal durch eine Maschine gegeben um einen gleichmäßige Masse zu ergeben.

Nach einer kleinen Pause wird der Teig immer dünner gerollt, bis er letztendlich nur noch etwa einen Millimeter dick ist. Im nächsten Schritt wird der Teig in der Maschine kleingeschnitten und man schneidet die Nudeln auf etwa 20 cm Länge ab.

IMGP1985Chicken Ramen wird nicht mit einer seperaten Suppenmischung geliefert, der Geschmack ist schon an den Nudeln selbst dran. Also mussten wir noch die Nudeln mit der Soßenmischung vermischen und in Förmchen geben.

In die Nudeln in den Förmchen werden dann einige Freiräume gemacht, damit alles gleichmäßig frittiert werden kann. Ja, die Nudeln werden durch Frittieren getrocknet. 😀 In der Fabrik wird das übrigens scheinbar auch ähnlich gemacht.

Zum Schluss bekamen wir zwei Packungen Chicken Ramen, eine, die wir selbst gemacht hatten, und eine, die in der Fabrik hergestellt wurde.

An einem Tag mit schrecklichem Wetter war das wirklich ein nettes Programm, und sicher auf für Kinder total spannend. Leider muss man eigentlich jemanden in seiner Gruppe haben, der Japanisch versteht, zumindest für die Chicken Ramen.

横浜市中区新港2-3-4

Yokohama-shi, Naka-ku, Shinko 2-3-4

4 Gedanken zu „Cup Noodles Museum in Yokohama.

  1. Nicht zu vergessen, dass der breite Teigstreifen vor dem Zerschneiden vom Personal mit einer Mikrometerschraube (!) in der Dicke gemessen wird. Und zwar auf beiden Seiten (!!). Genau das ist die Stelle für meinen deutsch-japanischen Lieblingswitz (ich transferiere ihn einfach mal in die heutige Zeit). Ein deutsches Feinmechanikunternehmen hat einen superdünnen Draht hergestellt, kann aber mangels ausreichend feiner Messtechnik nicht den Durchmesser messen. Sie schicken ihn mit der entsprechenden Bitte an ein japanisches Feinmechanikunternehmen. Sie verstehen das dem Draht beiliegende Schreiben nicht, weil der Übersetzungscomputer nur Schwachsinn erzeugt hat. Nach Bearbeitung schicken sie den Draht mit folgendem, in verständlichem deutsch verfassten Anschreiben zurück: „Verehrte Kollegen, wir wußten nicht, warum Sie uns diesen Draht geschickt haben. Der Werkstoff ist ausgezeichnet. Wir haben versuchsweise den Draht längs durchbohrt und ein Innengewinde hineingeschnitten…“

  2. Pingback: Zu Besuch bei Glico. | 8900 km. Berlin ⇔ 東京

  3. Pingback: Nach Chinatown. | 8900 km. Berlin ⇔ 東京

  4. Pingback: Jahresrückblick 2015: Januar bis Juni | 8900 km. Berlin ⇔ 東京

Kommentar schreiben

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s