Mein Mann ist ein Lügner. Ein lieber.

Wie ich schrieb, war am Samstag unser 4. Hochzeitstag. Nun haben wir dadurch, dass wir erst standesamtlich, dann über ein halbes Jahr später in einem Tempel und dann noch einmal fünf Monate später in Deutschland geheiratet haben, viele Jahrestage. Für uns zählen aber eigentlich nur der 4. Januar 2009, da sind wir nämlich zusammengekommen, und der 14. März 2011, an dem wir standesamtlich geheiratet haben.

Am 4. Januar machen wir meist nichts Besonderes, letztes Jahr waren wir Kobe-Beef essen, aber auch nur, weil wir schon in Kobe waren. 😉 Am 14. März sieht es dann etwas anders aus, der Tag ist uns wichtig. 🙂

Umso enttäuschter war ich, als mein Mann ankündigte, dass es dieses Jahr keine Überraschung geben würde. Er müsse am Samstag zu einer Veranstaltung, da wäre eben keine Überraschung drin. Ich ließ den Kopf hängen und war ziemlich enttäuscht.

Wir planten uns in 御茶ノ水 (Ochanomizu) zu treffen, mein Mann bräuchte noch Dokumente von seiner ehemaligen Universität. Danach könnten wir ja irgendwo essen gehen. Etwas angesäuert machte ich mich auf den Weg, nur um in Ochanomizu plötzlich meinen Mann mit einem riesigen Blumenstrauß zu sehen.

Am Morgen wollte ich eigentlich unbedingt zu den Kirschbäumen gehen, die Faulheit meines Mannes hatte mir einen Strich durch die Rechnung gemacht – dafür gab es Kirschblüten im Blumenstrauß. 😀

Weiter ging es zum Restaurant 小川軒 (Ogawa-ken), dort gibt es 洋食 (Yôshoku; westliches Essen). Yôshoku nennt man vom Westen inspiriertes japanisches Essen oder verjapanischtes westliches Essen, dazu gehören aber echte Klassiker: ハヤシライス (Hayashi Rice), カレー (Curry), カツレツ (Katsuretsu; Kotelett), und sonst alles, was Kinder mögen.

Wir entschieden uns für ein kleines Menü; drei Vorspeisen, Hacksteak, Hayashi Rice und Dessert. Dazu noch Champagner und Rotwein, was will man mehr? Nach zwei Gläsern war ich dann aber doch leicht beschwipst.

Das Restaurant ist mit nur sechs Tischen super klein, aber für einen besonderen Abend absolut nett. Außerdem: Wirklich, wirklich lecker. Alles hat hervorragend geschmeckt. Nur preislich ist es dann vielleicht doch eher für spezielle Anlässe. 😉

Auf unserem Weg zurück liefen wir am 神田明神 (Kanda-Myôjin; Kanda-Schrein). Den mag ich ganz besonders, weil er durch räumliche Nähe zu 秋葉原 (Akihabara) total tolle 絵馬 (Ema; Bitttafeln) vorzuweisen hat. Da wimmelt es nur so von Manga-Figuren. 😉

Trotz der vorgerückten Stunde waren wir nicht die einzigen, die vor dem Nachhausegehen schnell ein Gebet abgeben wollten. Übrigens darf man scheinbar verraten wofür man betet, von daher: Für ganz viele weitere tolle Jahre mit meinem Mann, für einen Arbeitsplatz und generell für eine gute Zukunft. 🙂

9 Gedanken zu „Mein Mann ist ein Lügner. Ein lieber.

  1. Herzlichen Glückwunsch, ihr seid wirklich ein süsses Paar :-)! Ich wünsche euch beiden noch ganz viele glückliche Jahre zusammen. Gruss aus Frankreich

  2. Pingback: Jahresrückblick 2015: Januar bis Juni | 8900 km. Berlin ⇔ 東京

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