Der obligatorische Jahresrückblick. Teil 2.

Hier findet ihr den ersten Teil.

20140719_200854Juli

Sommer ist Feuerwerkszeit, und so ging es, wieder mit einer MeetUp-Gruppe, zum 足立区花火大会 (Adachi-ku Hanabi-Taikai; Feuerwerkstreffen des Bezirks Adachi). Im Regen.

Spaß hat es trotzdem gemacht, im nassen Yukata war es abends aber unglaublich kalt.

Mit wieder einer anderen Gruppe ging es gleich darauf nach 横浜 (Yokohama) zum Blaubeerenpflücken und mit zwei Freundinnen ging es zum Sonnenblumenfestival nach 座間 (Zama).

August

Im August fand das 市川市民納涼花火大会 (Ichikawa-shimin Nôryô Hanabi-Taikai; Feuerwerkstreffen der Bürger Ichikawas in der Abendkühle) statt, das ich wie jedes Jahr vom Balkon der Schwiegereltern aus betrachtete.

IMGP1324Mit der NPO Japanize hörte ich mir gruselige Geschichten an.

In 浅草 (Asakusa) ließ ich beim 灯籠流し (Tôrô-Nagashi) Laternen den Fluß herunterschwimmen. Die Laternen sollen den Seelen der Verstorbenen, die über das Totenfest お盆 (O-Bon) den Weg zurück ins Jenseits leiten.

Im Anschluss war ich übrigens in der Zeitung, ich wurde nämlich gefragt, was ich auf meine Laterne geschrieben hätte. 😀 Bin schon fast berühmt. 😉

20140829_192054Zum Abschluss des Monats ging es mit einem befreundeten Ehepaar und meinem Mann auf das 東京湾納涼船 (Tôkyô-wan Nôryô-sen; Tokyo-Bucht Abendkühle-Schiff).

Tokyo bei Nacht ist sowieso wunderschön, und mit kostenlosem Alkohol hätte man fast schon eine Studie zum Verhalten betrunkener Japaner auf der Partnersuche erstellen können.

September

Im September war viel los, unter anderem wurde ich 永住者 (Eijûsha; Permanent Resident), man kann mich also nicht mehr ohne weiteres aus dem Land schmeißen. 😉

Außerdem wurde ich bei einem 殺陣 (Tate; Schwertschaukampf) Event zum Samurai. 😀 Es hat so viel Spaß gemacht, dass mir die zwei Tage Muskelkater fast gar nichts ausgemacht haben.

Mein Mann und ich genossen auch die nette Atmosphäre im カヤバ喫茶 (Kayaba-Kissa), einem alten Café in der Nähe von 上野 (Ueno).

IMGP1555Dann ging es nach Taipei!

Taiwan war natürlich wie schon vor zwei Jahren wunderbar, obwohl wir einen Taifun miterlebten – aber nur so halb, denn er traf Taipei erst nachts. Glück gehabt!

Nur verdammt heiß war es, und dabei waren wir diesmal nicht im Hochsommer hingefahren.

Reiseeinträge zu Taipei: Tag 1 (Flughafen und Essen), Tag 2 (Long Shan Shi, Dr. Sun Yat-Sen Memorial House, Gongguan, Nationaluniversität Taiwan, Zhongshan, Dongmen, Xingtian Gong), Tag 3 (Taipei 101, Smith & Hsu), Tag 4 (Tamsui, Flughafen).

Im September zog meine Freundin Lucie leider auch wieder nach England. 😦

Oktober

Langsam wurde es in Japan kühler, und mein Mann und ich besuchten den 六義園 (Rikugien) bevor die Blätter die Farbe änderten. Mit meiner Freundin Kathrin ging es zum Aoyama Flower Tea Market Café, und mit einer Gruppe zu einem Trommelkonzert.

Hier habe ich glaube ich geheiratet. ;)

November

Anfang des Monats ging es gleich mal nach Deutschland, um auf einer Messe in Stuttgart zu helfen. Drei Tage in Berlin waren zum Glück auch drin. 🙂

Insgesamt war es eine nette Erfahrung, und meine Freunde und Familie wiederzusehen war wunderbar, aber ganz im Ernst: Ich glaube ich bleibe lieber in Japan und besuche Berlin nur.

Reiseeinträge zu Deutschland: Stuttgart, Berlin.

Zu meinem Geburtstag am 19. November gingen mein Mann und ich ins Disney Sea! 😀

Dezember

IMGP2064Diesen Monat traf ich Bibi das erste Mal, und wir gingen zusammen ins Panda-Café. Ich hoffe wir sehen uns auch nächstes Jahr mal wieder!

Während ich mich mit Keigo herumärgerte, erreichte ich im TOEIC die volle Punktzahl. Immerhin etwas.

Mit meinem Mann ging es dann noch zu クロネコヤマトのクロノゲート (Kuroneko Yamatos Chronogate), für eine Führung. Absolut zu empfehlen.

IMG_0333Dann noch schnell mit zwei Freundinnen zum Weihnachtsmarkt in 六本木 (Roppongi) und jetzt steht der Jahreswechsel direkt vor der Tür.

Ich danke all meinen Lesern dafür, dass ihr mein tägliches Leben begleitet, auch wenn ich manchmal über nicht ganz so spannende Dinge schreibe. 😉

Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr, wir werden mal wieder vor Mitternacht schlafen gehen. 🙂 Dieses Jahr gibt es bei unseren Schwiegereltern sogar ein echtes Neujahrsessen, darum wird es also erst einmal im neuen Jahr gehen. Auch sonst haben wir einiges vor!

2015年も宜しくお願いします!良いお年を!ヽ(*⌒∇⌒*)ノ

Der obligatorische Jahresrückblick. Teil 1.

Da ist er: Der letzte Tag des Jahres 2014. Wie schnell das doch schon wieder ging. Hier der kleine obligatorische Jahresrückblick mit dem besten aus 12 Monaten. Weil der Eintrag ziemlich lang wurde, habe ich ihn aufgeteilt.

Januar

IMGP0096Gleich nach Neujahr machten mein Mann und ich uns auf nach 神戸 (Kôbe). Insgesamt war es sehr nett, aber für drei Tage Urlaub ist die Stadt doch etwas klein.

Anlässlich unseres fünften Jahrestages aßen wir sogar Kobe-Rind, und was kann ich sagen – es ist besser als jedes andere Rindfleisch.

Reiseeinträge zu Kobe: Teil 1 (Nankinmachi und Hafen), Teil 2 (Abendessen und der Hafen bei Nacht), Teil 3 (Ijinkan), Teil 4 (Ikuta-Jinja und Kobe-Rind).

IMGP0119Außerdem war ich mit meiner Freundin Kathrin im Eulencafé. Eine ganz witzige Erfahrung, zuhause will ich so einen Federball dann aber doch nicht haben. Fazit: Mal ganz nett, aber wir werden wahrscheinlich nicht so oft hingehen.

Wir haben übrigens aufgehört in unser angestammtes Katzencafé zu gehen, weil es dort anfing schlecht zu riechen – immer ein Warnzeichen, dass da etwas nicht stimmt.

Februar

Im Februar schneite es dann wie verrückt, und nichts Spannendes passierte. Zum ersten Mal seit unserem Kennenlernen backte ich am Valentinstag für meinen Mann und er war so gerührt, dass er weinen musste. 😀

März

IMGP0691Im März war unser 3. Hochzeitstag, nach dem ich direkt das ewige Wohnrecht (永住権 Eijuken) beantragte.

Außerdem ging es in meinen bisher liebsten Urlaub: Nach Vietnam!

Nach Beantragung des Visums ging es für  vier Tage nach Da Nang und Hoi An, und was kann ich sagen – Vietnam ist wunderschön und wir würden beide unglaublich gern wieder hinfliegen und die Seele am Pool baumeln lassen.

Reiseinträge für Vietnam: Teil 1 (Da Nang), Teil 2 (Hoi An).

April

Im April wurde die Mehrwertsteuer von 5% auf 8% erhöht, was zu Preisanzeigen ohne Steuerangabe führte – unglaublich nervig.

IMGP0941Mit einer MeetUp-Gruppe fuhr ich nach 狭山 (Sayama) in 埼玉 (Saitama), der Heimat von Totoro. Neben einem Besuch in alten Gebäuden ging es auch durch die Landschaft und Wälder.

Nicht nur war der Ausflug super nett, ich habe auch viele Leute kennengelernt und mit einigen Freundschaft geschlossen. 😀 MeetUp war dieses Jahr sowieso der Retter meines Soziallebens. 😉

IMGP1061Mit derselben MeetUp-Gruppe, diesmal aber mit meinem Schwiegervater, ging es dann auch Ende des Monats zur Besichtigung der Wartungseinrichtigungen von JAL (Japan Airlines).

Ich liebe ja Maschinen und Geräte, es war also unglaublich cool. 😀 Obwohl die Führung eigentlich auf Kinder ausgelegt ist, sind die meisten Besucher Erwachsene. 😉

Außerdem war ich mit den Schwiegereltern künstliches Essen herstellen und stieg mit Freunden auf den 高尾山 (Takao-san; Berg Takao).

Juni

Im Juni war die Fußball-Weltmeisterschaft, die Japan natürlich mal wieder komplett in den Sand setzte. Vielleicht nächstes Mal.

2Außerdem verabschiedeten wir uns von dem 国立競技場 (Kokuritsu Kyôgijo; Olympiastadion), das in Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2020 ersetzt wird.

Anlässlich dessen flogen dann auch Blue Impulse, das Kunstflugteam der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte, über das Stadion.

Weiter geht es im nächsten Eintrag. 🙂

Bloß nicht zu laut hämmern.

In Tokyo wird viel gebaut. Immer. Es ist keine Stadt, die oft alte Gebäude saniert und herausputzt. Hier wird abgerissen und neugebaut.

Derzeit entstehen auch in unserem Wohnort unzählige neue Appartments, natürlich alle zum Kauf. Los geht es bei etwa 37 Millionen Yen (ca. 253.000€).

Hier wird übrigens abgerissen.

Hier wird übrigens abgerissen.

An Baustellen findet man meist so eine nette Anzeige wie auf dem Foto links.

騒音 (Sô-on; Lärm) und 振動 (Shindô; Vibration) werden ständig gemessen und für alle sichtbar angezeigt.

Wahrscheinlich ist es, um Beschwerden wegen Lärmbelästigung vorzubeugen. Hier wird auch am Wochenende und in der Nacht gearbeitet um die Termine einzuhalten.

Vor allem in Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2020, die sich Japan natürlich absolut nicht leisten kann, werden haufenweise neue Gebäude errichtet.

Und anders als in Deutschland liegen Baustellen hier nicht ewig herum – Weswegen ein Projekt wie BER beinahe unvorstellbar ist.

(Warum keine Weihnachts- oder Neujahrseinträge? Weil nicht passiert! Neujahrsurlaub ist Gammelurlaub. 😉 )

Frohe Weihnachten.

IMG_0379Liebe Leser,

Wenn auch etwas verspätet, wünsche ich euch wunderschöne Weihnachten!

Wir haben dieses Jahr vorgefeiert, denn der 23.12. ist Feiertag (天皇の誕生日 Tennô no Tanjôbi; Geburtstag des Kaisers). Also haben wir Weihnachtskuchen gemacht, der uns etwas missraten ist, und so viel Knödel, Rotkraut und Hähnchen verschlungen, dass ich vor Übelkeit kaum schlafen konnte.

Wie so richtiges Weihnachten eben.

IMG_0395Nur die Geschenke gab es früher. Dieses Jahr bekam ich unter anderem: Ein paar neue Stiefeletten; einen großen Amazon.de-Gutschein; unglaublich viel Schokolade; Weihnachtsbaumschmuck; eine selbstgestickte Sherlock-Weihnachtskarte; generell ganz liebe Weihnachtskarten. 🙂

Ich muss zugeben, dass ich mich selbst dieses Weihnachten auch ziemlich beschenkt habe. Nicht nur ein Pinsel-Set von Laura Mercier hat seinen Weg in meinen Kosmetikschrank gefunden, sondern auch das Digital World Geschenkset von NARS. Aber hat irgendjemand schon mal zu viele Lippenstifte gehabt? 😉

Habt ihr eure Geschenke schon ausgepackt? Was gab’s so? Oder habt auch ihr euch selbst reichlich beschenkt? 😉

Genießt die Tage mit euerer Familie! 🙂

Deutschland in Japan: Weihnachtsmarkt in Roppongi.

Am Montag war ich mit meinen Freundinnen Amanda und Sachie auf dem deutschen Weihnachtsmarkt im Roppongi Hills. In Japan sind Weihnachtsmärkte untrennlich mit Deutschland verbunden, es gibt also kaum welche, die ein anderes Land zum Thema haben. Und wenn, dann sind sie oft enttäuschend, wie der skandinavische Weihnachtsmarkt letztes Jahr. 😦

IMG_0331Der Weihnachtsmarkt in 六本木(Roppongi) ist auch nicht besonders groß, gerade einmal elf Buden. An Essen gibt es hauptsächlich Würstchen, aber tatsächlich auch Eintopf, Gulasch und ähnliches. Am meisten hatte ich mich aber auf den Glühwein gefreut, den es an jedem Essenstand zu kaufen gibt. Glühwein ist etwas, was sich die Japaner gern mal abschauen können. 🙂

IMG_0333Auch Käthe Wohlfahrt hatte eine kleine Hütte, in der Weihnachtsbaumschmuck verkauft wurde, aber da ich noch immer nicht im Lotto gewonnen habe — über 2,000yen (13€) für ein kleines Anhängsel ist dann doch etwas viel.

Richtiges Weihnachtsmarktfeeling kam natürlich nicht auf, dafür war es nicht nur zu klein, es fehlte auch so viel – zum Beispiel echte Deutsche. 😉 Von anderen Besuchern schnappte ich zwar immer ein paar Fetzen Deutsch auf, aber in sämtlichen Buden arbeiteten ausschließlich Japaner.

Nun muss ich aber auch zugeben, dass mein Blick auf echte deutsche Weihnachtsmärkte etwas verklärt ist. Wenn ich mal drei Sekunden länger nachdenke, kommen wieder die Erinnerungen an matschigen Schnee, kalte Füße und 50 Stände mit demselben Krams hoch.

Mit Tokyo Tower im Hintergrund.

Mit Tokyo Tower im Hintergrund.

Wir verbrachten den Rest des Nachmittags damit, uns die Lichter anzuschauen! 😀 Die Weihnachtsbeleuchtungen in Tokyo sind wirklich immer wunderschön.

Für mich gehört das jetzt auch einfach zu Weihnachten, und ich freue mich immer wie ein kleines Kind, wenn ich es irgendwo sehe.

Leider ist es natürlich an den bekannten Illuminationen immer ziemlich voll, was bei meinem Mann den Fluchtreflex animiert. Aber er war ja diesmal nicht dabei. 😀

Nachdem es dann doch ziemlich kalt wurde, drehten wir den Lichtern den Rücken zu und setzten uns für eine Stunde in den nächsten Starbucks. Weil Amanda noch etwas für die Weihnachtsfeier am nächsten Tag einkaufen, und ich noch Rotkraut brauchte, fuhren wir noch eine Station weiter nach 広尾 (Hiroo) zum National Azabu. Vor dem sangen dann tatsächlich Leute Weihnachtslieder – und luden uns zu ihrem Weihnachtsgottesdienst ein. Darauf verzichte ich dann doch. 😉