Tokyo Café Tour: カヤバ喫茶.

Nachdem wir schon vor einiger Zeit im Internet darüber gestolpert waren, besuchten wir am Samstag das カヤバ喫茶 (Kayaba-Kissa; Kayaba-Café) in 谷中 (Yanaka).

IMGP1442Das Gebäude steht dort seit 1917, seit 1938 wurde darin das Café Kayaba geführt und in den folgenden Jahren wurde es zum Wahrzeichen der Nachbarschaft. Nach dem Tod der Inhaberin, 2006, wurde es vorübergehend geschlossen. Zwei Jahre später im Herbst wurde das Gebäude von der NPO たいとう歴史都市研究会 (Taitô Rekishi-Toshi Kenkyû-kai; Taito Cultural & Historical Society) und der Kunstgallerie SCAI THE BATHHOUSE gemietet, und in Zusammenarbeit mit den Anwohnern und der Familie der verstorbenen Geschäftsführerin renoviert. Im September 2009 wurde das Café wiedereröffnet.

Es ist also ein Café mit langer Geschichte, und so sieht es auch aus: Wie ein altes, schönes, japanisches Häuschen. Im Erdgeschoss stehen Tische und Stühle, das Obergeschoss ist mit 畳 (Tatami; Reisstrohmatten) ausgelegt und man sitzt auf 座布団 (Zabuton; Sitzkissen).

IMGP1446Wir sind natürlich nicht die Einzigen, die von dem Café wissen und so mussten wir etwa 20 Minuten anstehen um hinein zu können. Von 11:30 bis 14:00 gibt es Mittagessen, wir schafften es gerade noch rechtzeitig. 🙂 Ansonsten ist das Menü genau, was man von einem alten japanischen Café erwartet: Neben Café Mocha und Espresso gibt es heiße Limonade, heißes Ingwergetränk und natürlich Floats – also entweder Kaffee, Cola oder Melonensoda mit Vanilleeis.

IMGP1448Wir bestellten beide den ハヤシライス (Hayashi Rice), mit Getränk kosten alle Lunch Sets 900Yen (ca. 6,60€), ist also nicht schrecklich teuer.

Es schmeckte auch genau, wie wir es uns vorgestellt hatten – etwas süßlich aber herzhaft.

Obwohl wir nach dem Hayashi zwar schon ziemlich gesättigt waren, konnten wir uns die Desserts nicht entgehen lassen. Wir sind schließlich keine Unmenschen.

IMGP1463Mein Mann nahm das Kaffee-Parfait mit コーヒーゼリー (Coffee Jelly), Kaffee-Wackelpudding. Das klingt wahrscheinlich etwas eigenartig, ist in Japan aber ein ganz normales Dessert und eine Leibspeise meines Mannes. Im Parfait war außerdem viel Sahne und Nüsse, so dass er sich regelrecht zum Coffee Jelly vorkämpfen musste.

Ich hatte es da einfacher, ich bestellte mir 抹茶ガトーショコラ (Maccha Gateaux (au) Chocolat).

IMGP1473Der Besuch war auf jeden Fall ein voller Erfolg, wer im Urlaub vielleicht eh in 上野 (Ueno) oder 日暮里 (Nippori) unterwegs ist, sollte auf jeden Fall mal vorbeischauen. Die Karte ist auf Japanisch und Englisch, und niedlich illustriert.

Von acht bis elf Uhr morgens gibt es ein Frühstücksset, und Montags bis Samstags von 18 bis 23 Uhr gibt es ein besonderes Night Time Menu mit alkoholischen Getränken und einer stark erweiterten Speisekarte.

Dafür würden wir auch gern noch einmal hinfahren, auch wenn es etwas weiter von uns entfernt liegt.

Um ehrlich zu sein, waren wir bisher nämlich nicht die größten Fans von Ueno, von wo aus wir gelaufen sind – die Gegend um das Café und die 東京芸術大学 (Tôkyô-Geijutsu-Daigaku; Kunstuniversität Tokyo) hat unsere Meinung geändert. 🙂

8 Gedanken zu „Tokyo Café Tour: カヤバ喫茶.

  1. Oh, wie schön! :-))
    Vielen Dank für den interessanten Tipp!
    Solche Info´s sammle ich ja sehr gerne zusammen (ich glaube ich hatte mal so was erwähnt! *räusper* 😉 )
    Danke, das Du Dich immer so lieb für „Testessen“ opferst! 😉

    LG,
    Viola

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