Die etwas eigenartigen Dinge in Japan.

In Japan bin ich über die 国民健康保険 (Kokumin Kenkô-Hoken; Nationale Krankenversicherung) versichert. Über die Firma kann ich nicht versichert werden, weil ich dafür zu wenig arbeite und über meinen Mann und damit seine Firma kann ich nicht versichert werden, weil ich zu viel verdiene. Die Grenze liegt, wenn ich mich recht entsinne, bei 1,300,000Yen (ca. 9300€). Meine Krankenversicherung muss ich also komplett aus eigener Tasche bezahlen, aber ich nutze das System dermaßen, dass es sich absolut lohnt.

Übrigens zahlt man für gewöhnlich 30% der Arztkosten in Japan selbst. Das heißt, dass es schon mal empfindlich wehtun kann, wenn doch eine genauere Untersuchung ansteht.

20140623_160812#1Mehrmals im Jahr bekomme ich einen Brief*, in dem steht, bei welchem Arzt ich war und wie viel Geld das gekostet hat. Ich weiß nicht genau, warum ich diese Information benötige, vielleicht versucht man ja mir ein schlechtes Gewissen zu machen. 😉

* Eigentlich eine Postkarte. Wir haben hier Postkarten, die man auffalten kann. Ist wohl günstiger als Briefe zu verschicken.

20140623_160802#1

Nein, so heiße ich nicht.

Was aber eigentlich eigenartig ist, ist an wen diese Postkarten addressiert sind: An meinen Mann.

Mein Mann ist nicht über die gleiche Versicherung krankenversichert. Er bezahlt meine Krankenversicherung nicht. Er hat überhaupt nichts mit denen zu tun. Aber scheinbar reicht allein, dass er der Mann im Haus ist, aus um ihn dafür zu qualifizieren soetwas zugeschickt zu bekommen. (Er ist tatsächlich 世帯主 (Setai-Nushi; Kopf des Haushalts).)

Nicht dass ich Geheimnisse vor meinem Mann hätte, aber etwas nervt es mich schon. Geht ja schließlich um meine Gesundheit und meine Arztbesuche.

Die Beiträge errechnen sich übrigens aus dem Haushaltseinkommen… Und da mein Mann letztes Jahr noch mehr Überstunden gemacht hat als im Vorjahr steigen meine Beiträge plötzlich um 50%… 😦

 

8 Gedanken zu „Die etwas eigenartigen Dinge in Japan.

  1. Braucht ihr das nicht vielleicht auch für die Steuererklärung? Irgendwas ist da doch, wenn man über einen bestimmten Betrag kommt, dass man da was geltend machen kann oder so…
    Zumindest sammelt mein Mann meine Rechnungen..

    Ich bin jetzt übrigens mal auf meine Rechnung gespannt… Ich war in Asaka versichert. Da habe ich mein Jahreseinkommenszettel gezeigt und schwupp den Mindestbeitrag bekommen (der übrigens nach nur meinem Einkommen berechnet wurde. Ansonsten wäre ich jetzt arm, da zu der Zeit mein Gastvater Setai-Nushi war).
    Jetzt hab ich mich in Tokyo gemeldet und was höre ich da? „Joa.. wir berechnen das erstmal Pi mal Daumen, weil sie vorher noch nie hier gearbeitet haben. Also können wir das nicht berechnen. Wenn wir die ersten Daten von Ihnen haben, passen wir es an.“
    Die haben nicht mal gefragt was ich arbeite und verdiene!! Kann ja heiter werden…

    • Ich weiß gar nicht wie das berechnet wird, du warst mit deinem Gastvater ja nicht verwandt oder verheiratet. Ich würde auf jeden Fall günstiger wegkommen, wenn ich nicht verheiratet wäre 😦 (Könnte dann aber auch nicht hier wohnen).
      Das stimmt natürlich, so eine Regelung gab’s ja auch noch. Aber das war glaube ich erst ab einer Selbstbeteiligung von 100,000 oder so, meine Schwiegermutter erzählte mir mal was.

  2. Ich finde die Krankenversicherung bzw. die ärztliche Versorgung hier in Japan schon recht teuer. Wenn man regelmäßig zum Arzt muss (so wie ich) geht das ganz schön aufs Geld.
    Ich bin auch über die „National Health Insurance“ versichert, obwohl ich einen Vollzeitjob habe und ich eigentlich über meinen Arbeitsplatz versichert sein müsste …. aber das nicht zu zahlen ist so ne typische Masche von den Eikaiwas hierzulande.

    Ich hab keinen Mann und nur mein eigenes Einkommen, das kann also seine Vor- und Nachteile haben. 😉

  3. Muss man denn in Japan krankenversichert sein wie in D? Da man eh 30% zuzahlt und ggf noch eine Selbstbeteiligung hat, fährt man ohne vielleicht günstiger (bis es mal knallt). Ich habe hier meine KV seit Jahren nicht in Anspruch nehmen müssen und trauere dem Geld mächtig hinterher…

    • Ja, du musst in Japan krankenversichert sein.
      Dass das Geld etwas verschwendet wirkt, kann ich gut verstehen, aber es hat sicher jemandem mit Krebs oder weiß ich was geholfen. 🙂 Eine gute Tat usw. usf.

      • 30% einer Krebstherapie sind aber sicher auch für viele zuviel. Also ich mag das österreichische Modell da lieber.

      • Dafür gibt es natürlich noch haufenweise Zusatzversicherungen, die du abschließen kannst. Aber ja, es ist nicht ganz so super wie z.B. in Deutschland.

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