Buch: Durst ohne Ende.

Als wir letztens Mal im Kino waren, sahen wir die Vorschau für 渇き。 (Kawaki.; Durst.). Ich habe eigentlich durchaus einen Platz in meinem Herzen für solche verrückte Filme, und die Geschichte über ein Vorzeigemädchen, das verschwindet und sich als doch nicht ganz so engelsgleich entpuppt.

via BMI

Filmposter, via BMI

Letzten Montag waren mein Mann und ich in Shibuya, er zum Arbeiten, ich um ein bisschen zu schlendern. Im Buchladen fand ich dann das Buch, auf dem der Film basiert, 果てしなき渇き。 (Hateshinaki Kawaki.; Unendlicher Durst.) von 深町 秋生 (Fukamachi Akio).

Dass Kanako verschwunden ist, hört der ehemalige Polizist Fujishima Akihiro zuerst von seiner Ex-Frau. Auch, dass es einen Grund gibt, es nicht der Polizei zu melden – in Kanakos Zimmer befinden sich über einhundert Päckchen Speed. Also macht Fujishima sich allein auf die Suche nach seiner Tochter.

Gleichzeitig erfährt man von Seoka Naoki, der vor drei Jahren in der Mittelschule aufs übelste drangsaliert wurde. Als er Kanako kennenlernt hört das Mobbing* plötzlich auf. Seoka verliebt sich in Kanako, und möchte unbedingt ihr Freund werden.

* Kein „Nein, du darfst nicht mit uns an einem Tisch sitzen“-Mobbing, er wird regelmäßig bedroht und zusammengeschlagen.

Und wer vorhat den Film zu sehen, oder das Buch zu lesen, Stopp! Ab hier ist Spoilerland. Auch wenn ihr etwas zarter besaitet seid – einfach nicht klicken.

Ich möchte gar nicht alles wiedergeben, was in dem Buch so passiert ist, aber es stellt sich heraus, dass Kanakos Ex-Freund sich umgebracht hat, weil er von einer Gang mehrfach mit Drogen vollgepumpt und vergewaltigt wurde. Nach seinem Tod wird Kanako teil derselben Gang und „liefert“ Kinder und Jugendliche an Politiker und ähnlich hohe Tiere für Sex, immer mit dem Ziel die Organisation, die ihren Freund in den Tod getrieben hat, letztendlich zu zerstören. So wird auch Seoka, der Junge, der sich in sie verliebt hatte, auf einer Party Opfer und erschossen, als er versucht sich an Kanako zu rächen.

Kanakos Vater, Fujishima tötet schließlich, selbst für einen großen Teil des Buchs entweder betrunken oder auf Speed, nicht nur Seokas Mörder sondern auch Chô, mit dem Kanako arbeitete. So rächt er sich an Kanakos Stelle an allen, die mit dem Tod ihres Ex-Freundes zusammenhingen. Während die Suche recht harmlos mit der Befragung von Mitschülern seiner Tochter beginnt, wird sie immer und immer gewalttätiger während der psychische Zustand Fujishimas immer weiter verschlechtert.

Letztendlich stellt sich heraus, dass Kanako von ihrer ehemaligen Lehrerin ermordert wurde. Deren Tochter im Grundschulalter hatte für ein Handy Sex mit einem von Kanakos Kunden. Als Kanako ihr ein Foto der Vergewaltigung zeigt, erwürgt die Lehrerin sie. Kanakos Vater, inzwischen Mitglied bei einer Yakuza-Vereinigung, erschießt die Lehrerin.

Im Buch geschildert werden mehrere Gewaltexzesse, mehrere Vergewaltigungen und generell war es mir dann doch zu krass.

Im Kino muss ich mir das glaube ich nicht ansehen, auch wenn die Altersfreigabe R15+ ist, weswegen ich davon ausgehe, dass vor allem die Sexszenen nicht so grafisch sein werden wie im Buch. Der Grund für Kanakos geistigen Zustand wurde wohl auch von „vom eigenen betrunkenen Vater** vergewaltigt“ zu „vom von ihrer Abartigkeit verängstigten Vater fast zu Tode gewürgt“ geändert. Ob’s das besser macht…

** Ja, genau von dem, der schließlich in ihrem Namen Rache ausübt.

Das Buch zu lesen war unglaublich unangenehm. Es ist zwar gut geschrieben und der Plot ist an sich in seiner Komplexität nicht schlecht, aber mein Gesicht verwandelte sich beim Lesen nicht nur einmal in die Fratze des ungläubigen Ekels.
Ich glaube ich gehe mir jetzt doch das Katzenbuch kaufen um auf andere Gedanken zu kommen…

4 Gedanken zu „Buch: Durst ohne Ende.

  1. maaaaaan~ ich wuerd das gern lesen, wuerde am wohl eher im kampf mit dem woerterbuch bzw dem kanjibuch enden. lol mal gucken ob ich mir den film dann wenigstens gebe….der dann wohl eh nur ein „soft~schnelldurchlauf“ sein wird.

  2. Klingt super interessant… Leider wird das Buch wohl nicht so schnell auf deutsch rauskommen, denke ich mal (wenn überhaupt)…. und ich glaub mein japanisch reicht noch lange nicht aus, um einen Roman auf japanisch zu lesen :/
    Dann vllt doch den Film mit Untertitel 😄

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