Wo Totoro lebt.

Da mein Mann im Moment sehr beschäftigt ist, habe ich mich mal wieder bei MeetUp.com nach Aktivitäten umgesehen, ich suche schließlich noch immer nach Freunden und der Blog will auch irgendwie gefüllt werden. 😉

IMGP0913Diesmal ging es mit ca. 25 anderen Leuten zum 狭山丘陵 (Sayama Kyûryô; Sayama-Hügel) in 所沢 (Tokorozawa), das 宮崎駿 (Miyazaki Hayao) als Vorlage für den Film となりのトトロ (Tonari no Totoro; Mein Nachbar Totoro) diente. Totoro ist ein Kinderfilmklassiker in Japan, obwohl er schon 1988 erschien kennen alle Kinder den Film und das dazugehörige Lied さんぽ (Sanpo; Spaziergang). Alle.

Sayama liegt in Saitama und ist Heimat von トトロの森 (Totoro no Mori; Totoros Wald), verwaltet von der トトロのふるさと基金 (Totoro no Furusato Kikin; Totoros Heimat-Stiftung). Die Stiftung kauft Waldgebiete und sorgt dafür, dass diese als Naherhohlungsgebiete und Lebensraum für Tiere erhalten bleiben.

20140412_101718Man kann natürlich durch Totoros Wälder (es gibt zwölf Waldgebiete) laufen, aber für die Spendenkasse ist es viel besser, wenn man ein paar Attraktionen auf dem Weg hat. 🙂 Unser erster Halt war das クロスケの家 (Kurosuke no Ie; Haus der Rußmännchen*), wo man drei über einhundert Jahre alte Häuser besichtigen und natürlich ein Foto mit Totoro machen kann. 😀

* So heißen die in der deutschen Version, kann ich auch nichts für. 😉 Im Japanischen sind sie マックロクロスケ (Makkurokurosuke).

IMGP0944In einem anderen Haus befindet sich eine alte Teefabrik, scheinbar ist der Tee aus der Region bekannt und ich liebe Maschinen ja, es war also absolut spannend. 😀 Im dritten Haus waren kleine Dioramas der umliegenden Gebiete, die im Film vorkamen, mit Figuren aus Totoro zu sehen. Sehr niedlich! 🙂

Die Atmosphäre ist wirklich toll, man hat natürlich einiges vorsichtig erneuert, aber meist ohne die Schönheit des Ortes zu stören. Es sind diese kleinen Oasen, die den Großraum Tokyo schön machen.

Ich habe durch einen kleinen Einkauf etwas gespendet: Aufkleber und Briefpapier!

IMGP0970Auf unserem Weg zu zwei der zwölf Waldgebiete waren wir alle ein bisschen in Schulausflugstimmung. 「田舎っていいなー」 („Inaka tte ii nâ“; „Ist das schön auf dem Land“) von allen Seiten, und wir haben sogar 芝桜 (Shibazakura; Polster-Phlox) gesehen! Da Sayama ein Berg ist, hatten wir schöne Aussichten die Dörfer und die schöne Region, die bestimmt auch im Sommer einen Besuch wert ist – wenn es da nur nicht so heiß werden würde…

IMGP0985Nach einer kurzen Verschnaufpause samt mitgebrachten Mittagessens am 狭山湖 (Sayama-ko; Sayama-See) für uns verweichlichte Großstädter ging es weiter über Stock und Stein, bergauf und bergab, vorbei an einem kleinen Schrein und immer begleitet von ordentlich Geschnatter.

Das hat nämlich den wirklichen Spaß an diesem Ausflug in die Natur gebracht: Die ganzen verschiedenen Leute mit verschiedenen Geschichten, mit denen man ewig plaudern konnte. 🙂 Diesmal hat die Zusammensetzung einfach gestimmt und ich hoffe, dass ich viele dieser netten Gesichter bald wieder sehe.

IMGP0990Was uns den Ausflug auch noch versüßt hat waren die Kirschbäume. Eigentlich waren wir nämlich schon etwas spät dran, aber eigentlich kann man in Japan fast das ganze Jahr über irgendwo Kirschbäume besichtigen. Diese hier waren mehrfarbig! Wie genau das funktioniert weiß ich nicht, eine Dame meinte, das käme manchmal vor, wenn man verschiedenfarbige Bäume nebeneinander pflanze. Im Foto sieht man es vielleicht nicht ganz so gut, aber dieser Baum hat pinke, weiße und hellrosane Blüten.

IMGP1022Zum Schluss ging es noch einmal zu einem Tempel, dem 狭山不動尊 (Sayama Fudô-son). Doch hier stellte sich langsam eine gewisse Erlahmung unseres Trupps ein, nach stundenlangem Laufen und Mittagessen natürlich keine Überraschung. 😉 Einige hatten die nötige Energie um sich die Zukunft per おみくじ (Omikuji) vorhersagen zu lassen, andere, wie ich, setzten sich auf die Bänke um bloß nicht den schwachen Körper zu überanstrengen.

Zum Glück fand sich ein Bahnhof am Ende des Tempels und nach einigem Herumforschen ob des richtigen Weges zurück in die Stadt stiegen wir in die richtige Bahn.

Alleine wäre ich sicher nicht auf die Idee gekommen, nach Sayama zu fahren und durch den Wald zu stapfen, aber in der Gruppe hat es wirklich Spaß gemacht und war eine wunderbare Alternative zu meinen normalen Samstagen. 🙂

Um zum クロスケの家 (Kurosuke no Ie; Haus der Rußmännchen) zu kommen, ist es am einfachsten in 池袋 (Ikebukuro) die 西武池袋線 (Seibu Ikebukuro-sen; Seibu Ikebukuro-Linie) nach 飯能 (Hannô) zu nehmen und in 小手指 (Kotesashi) auszusteigen. Von dort aus nimmt man dann entweder den Bus Richtung 早稲田大学 (Waseda Daigaku; Universität Waseda) oder 宮寺西 (Miyadera Nishi) und steigt 大日堂 (Dainichidô) aus. Von dort aus ist es ein kurzer Fußweg. Insgesamt also ein wenig umständlich, aber es lohnt sich. 🙂

8 Gedanken zu „Wo Totoro lebt.

  1. Das war sicher ein toller Tag. Kannst du bitte ein bisschen was zur Anfahrt schreiben, wie man dort hin kommt? Vielleicht bleibt im nächsten Urlaub etwas Zeit dafür. Dieses Jahr habe ich es immerhin zum Teddy/Totoro-Museum in Izu Kogen geschafft.

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