Ich hatte Geburtstag.

521649dc4eb611e3b7f812595175ceb2_8Gestern war mein Geburtstag, der 24.! 😀

24 ist für mich aus irgendeinem Grund ziemlich groß, als müsste ich jetzt endlich erwachsen werden. Objektiv gesehen bin ich wahrscheinlich ziemlich erwachsen, verheiratet und mit Job und selbstfinanzierten Urlauben, aber so richtig erwachsen fühle ich mich nicht. Gerüchten zufolge gibt es diesen Moment, von dem an man weiß, dass man erwachsen ist, und einem plötzlich alles klar ist, sowieso nicht. 😉

IMGP9588Über mein Geburtstagessen mit meinem Mann habe ich schon geschrieben, am Samstag waren wir mit meinen Schwiegereltern essen und ich habe mein Geschenk von ihnen und den Schwiegergroßeltern bekommen: Eine wunderschöne Tasche! ♥ Sie ist von der japanischen Marke Samantha Thavasa und ich habe mich in sie verliebt, als ich sie das erste Mal im Laden gesehen habe.

Die Tasche war ziemlich teuer, aber meine japanische Familie hat in der Hinsicht eh ganz andere Maßstäbe als meine deutsche. Was absolut nicht negativ gegenüber meinen eigenen Eltern gemeint ist, wirklich. 🙂

IMGP9589Meine Eltern haben mir per Amazon schon letzten Monat zwei Bücher zukommen lassen, Graham Moores „The Sherlockian“ und John Greens „The Fault in Our Stars“. Natürlich konnte ich mich in der Zeit zwischen der Ankunft des Pakets und meinem Geburtstag nicht beherrschen und habe sie beide schon gelesen. Wirklich empfehlenswert, auch wenn ich bei „The Fault in Our Stars“ Rotz und Wasser geheult habe.

Alle Geschenke hatte ich also schon vor meinem Geburtstag bekommen, und so suchten wir nach einem Weg, den eigentlichen Geburtstag besonders zu machen. Machen wir’s kurz: Wir waren im Disney Sea! 😀

20131119_192913

クラ (Kura) ist eine Kurzform von クラウディア (Claudia), さん (san) ist ein Namenssuffix.

Im Disney Land und Disney Sea kann man einen Geburtstagsaufkleber bekommen, der einem wenig bringt, außer dass einem die ganze Zeit alles Gute gewünscht wird. Man hat sonst keine Vorteile, aber irgendwie hat es mich gefreut.

Unsere Lieblingsattraktion hatte zwar eine lange Schlange, aber wir sind einfach auf andere mit kürzeren Wartezeiten ausgewichen. Nachdem das Feuerwerk wegen des starken Windes abgesagt wurde, wollten wir eigentlich noch zum „Tower of Terror“, konnten uns aber nicht dazu durchringen 40 Minuten dafür anzustehen.

Als wir also weiterliefen streckte uns plötzlich eine Gruppe Japaner zwei FastPasses (mit denen man an der Schlange vorbei nach vorne laufen kann) entgegen. Sie hatten zwei über und fragten, ob wir sie gern hätten. Natürlich! 😀 Mich hat das unglaublich gefreut, und ich fand es super nett von ihnen die Karten weiterzugeben statt sie einfach wegzuwerfen.

20131119_213026Der ganze Park ist schon für Weihnachten dekoriert, meine Lieblingsdekoration im ganzen Jahr. 😀 Ich war dieses Jahr übrigens bisher sieben Mal in einem der beiden Disney Parks. Meist nur abends, weil wir innerhalb von 25 Minuten hinkommen und manchmal einfach aus einer Laune heraus hinfahren.

Gestern ging es mit dem Taxi zurück, denn der Heimweg mit der Bahn ist nervig und wir gönnen es uns einfach.

Einen schönen Geburtstag hatte ich, vielen Dank an alle, auch für die lieben Glückwünsche!

Filmzeit: 清須会議

Der Lieblingsschauspieler meines Mannes hat in einem Film mitgewirkt, wir sind also ins Kino gegangen. 😉 Abends nach 20 Uhr kosten die Karten 600Yen weniger (1,200Yen statt 1,800Yen) und ich bekam dank meiner Punktekarte eine Freikarte, es war also nicht mal so spektakulär teuer wie sonst immer.

(c)東宝

(c)東宝

清須会議 Kiyosu Kaigi (2013) (Trailer)

Regisseur: Mitani Kôki

Darsteller: Yakusho Kôji, Ôizumi Yô, Kohinata Fumiyo, Satô Kôichi

Als Oda Nobunaga, Kommandant und Daimyô, in einem Hinterhalt zu Tode kommt, versammelt sich seine Gefolgschaft in Kiyosu um seinen Nachfolger zu bestimmen. Während die jüngere Schwester Nobunagas am liebsten Shibata Katsuie, der in sie verliebt ist und alles für sie tun würde, als Nachfolger sehen würde, versucht auch Toyotomi Hideyoshi, Spitzname „Affe“, an die Nachfolge zu kommen. Es werden also fleißig Pläne geschmiedet, und der Affe ist ziemlich schlau…

Persönliche Meinung: Ich muss zugeben, dass ich von japanischer Geschichte so gar keine Ahnung habe, ich bin tatsächlich ursprünglich nach Japan gekommen, weil ich die Mode gut fand. Von Oda Nobunaga habe ich also im Film das erste Mal gehört, und verbunden mit der Tatsache, dass ich teils echte Probleme habe altes Japanisch* zu verstehen, habe ich nicht ganz durchblicken können. Wenn ich mir im Nachhinein die wahre Geschichte dazu durchlese, war natürlich einiges anders, aber der Film basiert auch nicht direkt auf der Wahrheit sondern auf einem Roman des Autors über die Kiyosu Kaigi. Ein klarer Fall von künstlerischer Freiheit also. Dadurch, dass ich zwischendurch der Geschichte einfach nicht folgen konnte, bin ich an einer Stelle fast eingeschlafen, wenn ich aber japanische Untertitel gehabt hätte, wäre das sicher nicht passiert. Trotzdem war der Film für mich durchaus amüsant, zumal er zum Ende hin wirklich an Fahrt aufnimmt und all die Intrigen plötzlich ihre Wirkung zeigen.

* Der Film spielt um 1582.

Mein Mann, der sich sehr für japanische Geschichte interessiert, meinte, dass der Film vielleicht auch für Japaner, die keine Vorkenntnisse haben, etwas schwer zu verstehen sei. Außerdem hatte er vom Regisseur Mitani Kôki mehr lustigen Szenen erwartet.

Sobald die DVD herauskommt schaue ich ihn mir nochmal mit Untertiteln und meinem neuen Hintergrundwissen an.

Ein Sonntag.

Auch wenn das im Blog sicher etwas anders wirkt, ist in meinem Leben natürlich nicht alles rosarot. Man stellt sich, bewusst oder unbewusst, doch immer etwas glücklicher dar, als es eigentlich der Fall ist.

Bevor ihr euch nun aber Sorgen macht, es geht mir gut. Nur manchmal eben nicht ganz so. Dann fühlt sich alles anstrengend an und wird zu einer Pflicht, selbst Dinge, die mir eigentlich Spaß machen. So eine Phase hatte ich im Frühjahr, und auch jetzt stolpere ich immer wieder mal in dieses Loch.

IMG_20131109_140023Passend dazu bekam ich von der Bibliothek eine E-Mail, dass ein bestelltes Buch abgeholt werden könnte: 仕事も人間関係も「すべて面倒くさい」と思ったとき読む本 (Shigoto mo Ningenkankei mo „subete mendôkusai“ to omotta toki yomu hon; Das Buch für Zeiten, wenn man denkt, dass die Arbeit und zwischenmenschliche Beziehungen und alles anstrengend ist). In dem Buch stehen natürlich Sachen, die ich schon vorher wusste, aber es ist ein guter Anlass, das auch mal umzusetzen.

Und so habe ich beschlossen, mich nicht mehr so sehr in Frage zu stellen. Wenn es mir doof geht, geht es mir doof. Das irgendwie wegzuerklären macht es nicht besser. Natürlich geht es mir objektiv gesehen wirklich gut, ich verhungere nicht, habe Arbeit, habe einen wundervollen Ehemann usw. usf. Meine Probleme sind im Vergleich zu denen anderer Leute minimal.

Aber deswegen geht es mir ja nicht besser. Beziehungsweise geht es mir dadurch, dass ich mir selbst sage, dass es gar nicht so schlimm sein kann, nur schlechter. Deswegen habe ich dieses Wochenende Pause gemacht. Einfach Pause. Außerdem habe ich den Vertrag mit meinem Hot Yoga-Studio aufgelöst. Eine Sache weniger, die mir Spaß machen sollte, aber eigentlich nur noch Schuldgefühle auslöst. Ich muss hingehen, es ist gut für meine Gesundheit. Ich muss fünf Mal im Monat hingehen, damit es sich finanziell lohnt.* Ich muss, ich muss, ich muss.

* Pro Monat hat es 13,800Yen gekostet, eine Stunde ohne Vertrag kostet 3,000Yen. Es war also auch finanziell eine Belastung.

So. Ich habe beschlossen, dass ich versuche mehr zu tun, was ich will.

Was wollte ich also am Sonntag? Curry-Reis-Gratin zum Frühstück. Eine heiße Badewanne. Schlendern ohne etwas bestimmtes zu suchen. Das Schlafzimmer umstellen. Mittagessen bei 大戸屋 (Ôtoya). Rumlungern Ausruhen. Abendessen bei Jolly Pasta. Vom Mann ganz viel hören, dass ich genau so gut bin, wie ich bin. Dessert vom liebsten Konditor. Impromptu Dance Party im Wohnzimmer. Früh ins Bett und dann noch ganz lange reden.

Einen Tag einfach wirklich nur zu tun, worauf man Lust hat, ist ziemlich beruhigend. 🙂 Dass das natürlich nicht jeden Tag umsetzbar ist, ist klar, schließlich gehe ich arbeiten, aber: Kleine Schritte.

Der Mann. Meiner.

DSC062271Eigentlich ist dieser Eintrag nur ein fauler Vorwand um auch allen Leuten, die mich zwar nicht bei Facebook aber bei WordPress auf dem Schirm haben, dieses tolle Foto zu zeigen, das Robert letzten Samstag in Asakusa von meinem Mann und mir gemacht hat. Für gewöhnlich gibt es von uns beiden nicht viele Fotos.

Meinen Mann kenne ich seit bald fünf Jahren, in zwei Monaten sind wir auch schon so lange zusammen. Das ging damals recht schnell, innerhalb von zwei Wochen oder weniger.

Damals hat er Architektur und Baukonstruktion studiert, im ersten oder zweiten Studienjahr*, geraucht, hatte eine Zahnspange und war unglaublich dünn. Auch wenn er auf Fotos dank seiner schlechten Körperhaltung immer kleiner aussieht, ist er mit 180cm Körpergröße kein Winzling. Damals verteilten sich auf diese 180cm nur 60kg. Außerdem wirkte er viel düsterer, als könnte er nicht lachen.

* Hier teilt das irgendwie niemand nach Semester auf.

Inzwischen arbeitet er bei einer sehr großen Firma, was aber leider auch kein Garant für gute Arbeitsbedingungen ist, und wiegt fast zehn Kilogramm mehr. Er raucht nicht mehr, damit hat er in der Studienzeit aufgehört, und die Zahnspange ist auch draußen.Und zumindest lächeln kann er, wie ihr auf dem Foto seht, recht gut. 😉

Geburtstag vorm Geburtstag.

Gestern hatte mein Mann sich eine Überraschung für mich überlegt.

Am Montag Abend sagte er mir, dass wir am Dienstag bei Jolly Pasta, einem sehr günstigen Pasta-Restaurant, essen würden, ich also nichts vorbereiten müsste. Weil ich kein großer Kochfan bin* habe ich mich natürlich gefreut, weniger Arbeit für mich!

* Ich kann kochen, und es schmeckt sogar, ich habe aber nicht viel Spaß dabei.

20131105_200019

Der Mann sagt, ich darf Fotos von ihm posten. Auf diesem sieht er kleiner aus, ist aber in Wirklichkeit mit 180cm Körpergröße ein Riese (nicht)

Als er dann am Dienstag nach Hause kam und wir uns auf zum Restaurant machen wollten, fing er plötzlich an davon zu reden, dass wir im Cielo essen könnten. Das ist ein teureres, sehr gutes, italienisches Restaurant in der Nähe des Bahnhofs. Weil ich in unserer Ehe der finanzielle Verstand** bin, habe ich ihn natürlich versucht davon abzuhalten, unter anderem weil wir nicht im Geld schwimmen.

Eigentlich hätte ich schon vorher misstrausch werden müssen, da meinte er nämlich, dass ich mich dringend aus meinen Arbeitsklamotten schälen und in etwas Hübscheres werfen müsste…

** Ich. Der finanzielle Verstand. Kein Scherz.

IMG_20131105_200050Auf jeden Fall brachte der Protest gegen das teure Restaurant gar nichts, und kurz darauf ließ er mich kurz warten, damit er schauen konnte, ob im Cielo überhaupt Platz für uns beide ist. Zu dem Zeitpunkt stand ich noch immer total auf dem Schlauch, und selbst als ich einen auf unseren Namen reservierten Tisch vorfand, dachte ich, dass mein Mann nur unbedingt mal wieder dort essen wollte und deswegen den Tisch reserviert hatte.

Aber nein, es war mein Geburtstagsessen. Er weiß nicht ob er vor dem 19. November, da habe ich nämlich eigentlich Geburtstag, noch frei bekommt, also hat er es lieber vorgezogen.

20131106_083034Neben einem Geburtstagsdessertteller bekam ich sogar noch ein Geschenk, obwohl ich eigentlich bereits im Oktober eines bekommen hatte***: Eine Eulenwärmflasche! Die hatten wir einige Zeit vorher bei Afternoon Tea entdeckt und während ich sie von weitem anschwärmte hat er sie mir still und heimlich gekauft. 🙂 Ist nämlich ein Lieber.

*** Meinen Mann ♥ Ein Telephoto-Objektiv für meine Kamera.

Dass er mich immer mal versucht zu überraschen, rechne ich ihm hoch an, ich bin darin nämlich gar nicht gut. Wenn ich etwas für ihn mache oder kaufe, muss ich immer ein wenig angeben. 😉 Nach dem Motto „Schau mal, was ich für eine liebe Ehefrau bin“. Dinge unter Verschluss halten liegt mir gar nicht…

Ich hatte auf jeden Fall einen wunderschönen vorgezogenen Geburtstag, mal schauen, was da noch kommt.