Eiskalt erwischt.

IMGP8613Mein Mann brauchte unbedingt und dringendst eine neue Brille, weswegen wir den ersten Tag dieses langen Wochendes* damit verbrachten durch sämtliche Brillengeschäfte, die Ray Ban führen, zu gucken. Man hat ja sonst nichts zu tun. 😉 Deswegen ging es auch zur Ginza (銀座), der Einkaufsstraße Tokyos. Um ehrlich zu sein ist es in etwa so sehr die Einkaufsstraße Tokyos, wie der Ku’Damm die Einkaufsstraße Berlins ist: Es war vielleicht mal exklusiv, jetzt tummeln sich dort auch H&M, Zara und Konsorten. Bevor man nicht an einem Abercrombie & Fitch vorbeigelaufen ist, weiß man nicht, was Geruchs-Terrorismus ist. Der Laden verpestet die Luft im Umkreis von 200 Metern mit dem hauseigenen Parfum.

* Am Montag ist Herbstanfang. Ein Feiertag. Natürlich.

Nebenbei waren noch unglaublich viele Leute unterwegs, viele Touristen aus China, von denen sich manche nicht ganz so gut an die Regeln halten. Auf der Straße wird nicht geraucht und laut durch die Gegend brüllt man eigentlich auch nicht. Ich bin natürlich unglaublich verständnisvoll, und bedenke immer, dass ich ja nur die nervigen Chinesen bemerke, es aber bestimmt eine ganze Armee regeltreuer Chinesen gibt. Mein Mann eher nicht. Er hat so ein paar Eigenarten und Ansichten, die ich lieber nicht zu nah beleuchten möchte… :(** Ist halt doch ein Inselvolk.

** Keine Sorge, das hält mich nicht davon ab ihn darüber zu informieren, dass ich solche Stereotypen inakzeptabel finde.

IMGP8630Auf jeden Fall war mein Mann etwas genervt, als wir an der Asahi Super „Dry“ Extra Cold Bar ankamen und sich seine Laune schlagartig änderte. Auch wenn wir natürlich nicht wirklich an der Bar ankamen, sondern an der Schlange vorm Eingang. Die Bar ist nur noch bis zum 30. September, also noch etwa eine Woche geöffnet, der Besucherandrang ist groß. Wir mussten circa 15 Minuten anstehen, bis wir nach drinnen gebeten wurden.

Was die Bar besonders macht ist, dass Asahi-Bier in Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ausgeschenkt wird. Das ist es eigentlich schon. Dieses eiskalte Bier gibt es nicht einmal nur in dieser Bar, sondern auch in ein paar anderen Restaurants, aber Japaner lieben alles was besonders und zeitlich begrenzt ist. 😉

IMGP8639Mein Mann hat ein helles und ein dunkles Bier bestellt, beide waren wohl sehr gut. Ich hielt mich derweil an meinem Ginger Ale fest, ich bin kein großer Biertrinker.

Kleine Speisen kann man auch bestellen, wir hatten eine Pizza mit Tomaten-Spaghetti und Tomate-Mozzarella-Miso-Häppchen.

Nebenbei kann man auch seinen Bier-Einschenk-Meister machen und bekommt beim Erfolg eine Meister-Karte. 😉 Meine Schwiegereltern haben das beide gemacht, wir haben drauf verzichtet.

Im Laden selbst war es ziemlich laut, einfach aufgrund der vielen Leute und der musikalischen Beschallung, aber wirklich gestört hat es nicht und wir konnten uns trotzdem unterhalten.

Als Gimmick war es ganz nett, Stammgäste werden wir aber eher nicht, dafür ist die Auswahl zu sehr eingeschränkt, auch wenn das natürlich zum Konzept gehört. Außerdem hindert uns, dass es den Laden bald nicht mehr gibt.*** 😉 Dann muss mein Mann wieder kühlschrankwarmes Bier trinken. Der Arme. 😉

*** Ich hörte, dass es den Laden immer wieder gibt, aber eben nicht ganzjährig.

東京都中央区銀座2−6−3

Tôkyô-to, Chûô-ku, Ginza 2-6-3

10 Gedanken zu „Eiskalt erwischt.

  1. „Auf der Straße wird nicht geraucht und laut durch die Gegend brüllt man eigentlich auch nicht. / dass ich ja nur die nervigen Chinesen bemerke,“

    Völlig konträr zu dieser Beobachtung war mein EIndruck von den China-Towns in Kobe und besonders Yokohama, wo es VIEL ruhiger und entspannter zuging als in den japanischen Fressvierteln, speziell die lautstarken Lockvögel (J) vor den Restaurants bzw. Bars.

    • Das ist halt der Unterschied zwischen Chinesen, die in Japan wohnen, und Touristen, die am Wochenende die Ginza bevölkern.
      Ich finde die Japaner vor Bars und Restaurants eigentlich gar nicht so laut, zumindest wo wir bisher waren wird man auf normaler Lautstärke gefragt, ob man nicht Interesse am Izakaya hat und dann war’s das.

    • Vielleicht weil sich in den China-Towns vor allem japanische Touristen tummeln *hust*

      Nein.. ich muß bei dieser oft vertretenen Meinung unter Japanern auch immer schlucken.. Und tief durchatmen..

      • Ich muss sagen, dass laute chinesische Touristen mir auch auf den Senkel gehen, aber laute Touristen finde ich generell anstrengend. In dem Fall waren aber gefühlt ein Drittel aller Leute auf der Ginza plötzlich laute, rauchende Chinesen… Wenn das rauchende, laute Deutsche gewesen wären, hätte ich mich in Grund und Boden geschämt. 😉

      • Hatte ich gerade in Asakusa.. Drei Deutsche, die auf der Rolltreppe die schnelle Spur versperrten..
        So peinlich -.-
        Deshalb meide ich Tourigegenden..

      • Die peinlichsten deutschen Touristen habe ich in Taiwan erlebt, Teenager die auf Kinderspielkram (sich bewegende, geräuschende und blinkende Plastikautos, in die man sich setzen kann) total abgingen…
        Ansonsten die Dame, die sich in der Bahn zum Flughafen beschwert hat, dass alles auf Japanisch ohne Furigana war, wenn es die blöden Kanji nicht gäbe hätte sie die Klimaanlage im Hotel ganz allein einstellen können…

      • Japanische Klimaanlagen stellt man am besten ein, indem man probeweise einfach mal auf alle Knöpfe drückt *hust*

  2. Ich hab das Gefühl, dass die Menschen in Tokyo gerne mal stundenlang vor irgendwelchen besonderen Restaurants Schlange stehen… in Harajuku hab ich Schlangen gesehen, die gingen min. 50m weit.

  3. Pingback: Meine Stadt von N bis Z: Tokyo. | 8900 km. Berlin ⇔ 東京

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