Mein Freund und Helfer.

Die Kriminalitätsrate in Japan ist recht niedrig. Natürlich kann immer etwas passieren, aber ich kenne weniger Geschichten von Leuten, denen etwas in Tokyo abhanden gekommen ist, als von Leuten, die in Berlin komplett ausgenommen wurden. Dafür gibt es, neben der erzwungenen Gleichschaltung der Japaner, einen Grund:

Kôban vorm Bahnhof Funabashi

Kôban vorm Bahnhof Funabashi

Überall gibt es 交番 (Kôban), kleine Häuschen, die rund um die Uhr mit einigen Polizeibeamten besetzt sind. Das heißt, dass man bei Problemen recht schnell einen Ansprechpartner hat. Das müssen gar keine großen strafrechtlich relevanten Dinge sein: Nach dem Weg fragen kann man dort auch. Das japanische Adress-System kann, wenn man die Gegend nicht kennt, recht nervig sein (demnächst vielleicht auch dazu mal eine nähere Erläuterung), aber die Polizei hilft aus. Als ich meine Krankenversicherungskarte verlor, musste ich sie als verloren melden, und der Herr im Kôban und ich hatten nebenher einen kleinen Plausch. Bei uns in der Gegend haben die eh nicht so viel zu tun 😉

Übrigens haben die auch Zeigekarten für Ausländer, um die einfachsten Dinge per Zeigen zu ermöglichen. Wenn die Olympischen Spiele tatsächlich in Tokyo ausgetragen werden sollen, müsste sich da vielleicht noch was ändern…

Insgesamt hat die Polizei hier, von dem her, was ich bisher gehört habe, keinen halb so schlechten Ruf wie in Deutschland – sie wird, außer im Auto*, nicht als Feind wahrgenommen. Manchmal als planlos, klar, aber nicht direkt als bösartig.

* Aber da ändert sich ja eh der Charakter eines jeden Fahrers, oder?

Nebenbei darf mich die Polizei jederzeit auffordern meinen Pass oder meine Alien Registration Card/Residence Card (da wird grad das System umgestellt, deswegen gibt es noch zwei Namen) zu zeigen um zu überprüfen, ob ich überhaupt rechtmäßig im Land bin. Finde ich generell nicht ganz so super, ist mir aber noch nie passiert.

4 Gedanken zu „Mein Freund und Helfer.

  1. Also ich hatte bisher eigentlich noch nie Probleme mit der Polizei in Japan. Eher im Gegenteil! Bin schon oft einfach reinspaziert in ein Koban, um nach dem Weg zu fragen. Mir wurde immer freundlich geholfen.

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