Bahn- und Busfahren in Tokyo.

Im Frühjahr zieht es viele Touristen nach Tokyo, deswegen eine kurze Anleitung zum Thema „Wie fahre ich in Tokyo mit der Bahn“ mit Extra-Kapitel „Busfahren“. Alle, die’s schon wissen, einfach den Artikel auslassen.

Linienplan

Hier wird netterweise wenigstens leicht erkennbar angezeigt wo ich mich überhaupt befinde…

Anders als in Berlin, wo das Ticket je nach Zeit gilt, zahlt man in Tokyo je nach Distanz. Außerdem kann man nicht einfach auf den Bahnsteig, sondern nur, wenn man ein Ticket hat. Dafür gibt es auch keine Fahrscheinkontrollen. Im Bahnhof gibt es Schranken (改札, Kaisatsu). Daneben sollten Fahrkartenautomaten, über denen Linienpläne hängen, anzufinden sein. Auf diesen riesigen Linienplänen kann man ablesen, wie viel man für eine Fahrt zahlen muss. Das ist sehr nervig, zumal oftmals die Stationsnamen nur in Kanji dran stehen.

Deswegen will ich mich gar nicht mit diesem vollkommen antiquitierten System auseinandersetzen, sondern rate: Kauft eine Suica! Oder ein Pasmo! Mir egal! Beides sind Karten, die man mit Geld auflädt und dann bei den oben erwähnten Schranken über einen Kartenleser hält (nicht langsam drübergleiten lassen, einmal rauf mit dem Ding und weiter), mit der Bahn fährt, und beim Verlassen des Zielbahnhofs wieder über einen Kartenleser hält, wobei der Betrag abgebucht wird. Sollte nicht genug Geld auf der Karte sein, gibt es eine rote Fehlermeldung und Maschinen, mit denen man entweder nur den fehlenden Betrag begleichen* oder gleich die Karte aufladen kann.

* In dem Fall kommt aus dem Automaten ein Einzelticket, das anstelle der Karte an der Schranke abgegeben wird.

SchrankenIn Tokyo gibt es verschiedene Bahnanbieter, die größten sind Metro und JR (Japan Railways). Vereinfacht gesagt gehört Suica (die grünen Karten mit dem Pinguin) zu JR, Pasmo (die pinken Karten mit dem… Roboter? Ich weiß gar nicht genau) zu Metro. Ist aber vollkommen egal**! Man kann mit der Suica alle Bahnen*** in Tokyo verwenden, mit der Pasmo auch. Man kann auch in Läden oder den allgegenwärtigen Getränkeautomaten mit den Karten bezahlen, sie sind also super praktisch. Im weiteren Text werde ich nur von der „Suica“ reden, obwohl ich beides meine.

** Außer ihr wollt ein Monatsticket kaufen, aber das ist eh nochmal was anderes.

*** Außer Superspezialbahnen z.B. zum Flughafen.

Auch wenn man mit der Suica den ganzen nervigen Part des Bahnfahrens umgeht, ist es trotzdem unglaublich teuer, in Tokyo mit der Bahn unterwegs zu sein. Generell gibt es verschiedene Seiten (und Apps), die einem die schnellste oder günstigste Route heraussucht. Ein Englischer Service ist Hyperdia, die gleichnamige App gibt es zumindest im Android Store kostenlos. Es lohnt sich wirklich sämtliche Routen nachzuschauen, wenn man sich mit dem Streckennetz nicht auskennt.

Mit dem Bus zu fahren ist noch mal etwas komplizierter, weil man den oftmals im Internet schlecht recherchieren kann. Sollte man aber dringend mit dem Bus fahren müssen, gibt es (zumindest in Tokyo) drei verschiedene Arten, zu bezahlen.

1. Wenn in einem Bus vorn ein- und aus der mittleren Tür ausgestiegen wird, zahlt man meist einen festgelegten Betrag beim Einsteigen. Danach ist es egal, bis wohin man fährt. Flatrate-Bus.

2. Wenn man in der Tür in der Mitte einsteigt gibt es ein Piepsgerät für die Suica, wenn man einsteigt auf der rechten Seite. Dort die Karte drüberhalten, beim Aussteigen vorne nochmal die Karte auf den Kartenleser legen. Wenn man ohne Suica mit dem Bus fahren möchte, kommen (zumindest bei Keisei Bussen) aus einer Box unter dem Kartenlesegerät beim Einsteigen Schnipsel mit Zahlen drauf. Davon einen nehmen, an der Anzeige im Bus schauen, wie viel man zahlen muss (wenn auf dem Schnipsel „2“ steht auf der Anzeigentafel auch auf „2“ schauen).

3. Kostenlose Busse! Einige Unternehmen haben kostenlose Busse, um Besucher vom Bahnhof zur Lokalität zu bringen. An diesen Bussen steht meist irgendwo 無料 (muryô, kostenlos).

Ansonsten gilt natürlich immer: Es einfach den Japanern nachmachen und hoffen, dass die wissen, was sie tun.

Pro-Tipp: Die Suica muss den Kartenleser nicht berühren um ausgelesen zu werden. Die meisten stecken sie einfach ins Portmonee (natürlich möglichst weit außen, damit es wirklich keine Probleme gibt) oder ins Handy-Case, das erspart einem die Herumfummelei mit der Karte. Außerdem sollte man aufpassen, dass man nicht zwei Karten im Portmonee hat, das kann zu Fehlermeldungen führen.

7 Gedanken zu „Bahn- und Busfahren in Tokyo.

  1. In Fukuoka hatte ich eine Nimoca. Hab sie verloren mit bisschen über 1000 Yen drauf. Das war doof! XD
    Aber Tokyo fand ich günstiger als Fukuoka. Aber in Tokyo war ich ja auch nur für ein WE und musste nie weit fahren…

    • Das kann gut sein, ich achte im Urlaub meist nicht so auf die Fahrpreise… Tokyo ist vor allem in der Innenstadt recht günstig, je weiter vom Stadtkern entfernt man herumkurvt, umso teurer wird es.

  2. In Nagoya und Umgebung gibt es die Manaca… ich steh auf meine kärtchen! Die sind einfach praktisch! Bisher kann man die nur Stadtintern verwenden, beim reisen also etwas doof. Ab März soll sic das aber ändern! darauf freuen ich mich *w*
    und ja, Tokyo ist billiger als die meisten anderen Städte… aber im vergleich zur Meitestu ist alles billig (fukuoka mache ich dieses Wochenende… ich bin gespannt)

    • Nichts ist besser als IC-Karten. :3 Die Suica ist gebietstechnisch natürlich auch eingeschränkt, aber zumindest für Kanagawa, Saitama und Chiba kann man sie auch verwenden – sonst wäre das ja total unpraktisch.

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