Hokuriku Tag 3: Noto.

Am dritten Tag unserer Reise ging es in den oberen Zipfel der Präfektur Ishikawa, nach 能登 (Noto). Dort befindet sich der einzige Strand Japans, der gleichzeitig auch eine reguläre Straße ist. Der Sand dort ist so beschaffen, dass Autos nicht absinken. Das ganze nennt sich 千里浜なぎさドライブウェイ (Chirihama Nagisa Drive Way), und drauf zu fahren macht wirklich Spaß. Falls man also mal mit dem Auto in der Gegend unterwegs sein sollte… 😉

Weiter ging es zum 巌門 (Ganmon), auf dem Foto nur von oben zu sehen. Im Felsen rechts im Bild hat das Meer über die Jahre ein großes Loch gefressen. Wenn man der Straße etwas weiter nach unten folgt erreicht man ein Tourismuzentrum, von dem aus man das Wasser per Treppe erreichen kann. Außerdem gibt e die Möglichkeit auf einem Boot in der Gegend herumzuschippern, aber da waren uns zu viele Reisegruppen unterwegs. Bei schlechtem Wetter ist der Weg nach unten geschlossen, auf dass man nicht von den Wellen weggespült wird.

Im Örtchen 門前町 (Monzenmachi oder Monzenchô, ich bin nicht sicher), steht der Tempel 總持寺祖院 (Sôjijiso-in). 2007 wurden große Teile des Gebäudes in einem großen Erdbeben zerstört, ist aber dennoch sehr hübsch. Die Besichtigungsgebühr beträgt 400Yen (4€), wenn man sich telefonisch anmeldet, kann man auch eine Stunde lang 坐禅 (Zazen) erleben. Heißt, im Schneidersitz sitzen, meditieren, und bloß an nichts denken. Nach Auskunft meines Mannes wird man geschlagen, wenn man doch an etwas denkt – ob das stimmt und ob Touristen das auch abbekommen, weiß ich natürlich nicht 😉 Im ganzen Tempel waren recht viele Mönche unterwegs. Von buddhistischen Mönchen weiß ich nicht allzu viel, aber ich habe gelernt, dass sie heiraten dürfen und viel Geld haben. Irgendwie geht das gegen meine Vorstellung des Mönchtums (was wahrscheinlich auch zeigt, wie viel ich bisher mit Mönchen zu tun hatte).

Wenn man etwas weiter in den Ort fährt findet man übrigens recht schnell einen kostenlosen Touristenparkplatz, von dem aus man bequem zum Tempel laufen kann.

Unser Hotel für die Nacht war ein traditioneller Ryokan in 和倉 (Wakura) mit Abendessen und Frühstück auf dem Zimmer und Onsen im Erdgeschoss. Nach kurzem Ausruhen sahen wir uns im Ort um und waren im 加賀屋 (Kagaya), einem berühmten Hotel in der Gegend. Mein Mann wollte es einfach mal sehen, ich fühle mich immer ein wenig fehl am Platze in einem Hotel, in dem ich nicht übernachte.

Im Kagaya sieht es aus wie in einem Freizeitpark, mit Geschäften, Bars, Restaurants und einem eigenen Theater. Ganz spannend mal zu sehen, eine Nacht würde ich da sicher gern mal übernachten (wie auch im Disney Resort Hotel), aber nicht für den gesamten Urlaub. Zu viele Leute.

Wir haben übrigens im 旅亭はまなす (Ryotei Hamanasu) genächtigt, und vor allem über das Essen kann ich nichts Schlechtes sagen. Es war nur ziemlich viel und ich habe zum Schluss einige Dinge an meinen Mann herübergeschoben. Am Morgen gab es Nattô, fermentierte Sojabohnen. Ich mag Nattô nicht.

Ich: Was ist das? Ist das Nattô?

Er: Nein nein, das sind nur Bohnen.

(Ich rühre sie nicht an.)

Er: Willst du deine Bohnen nicht essen?

(Ich esse erstmal was anderes.)

Er: Warum isst du deine Bohnen nicht?

Ich: … Es ist Nattô, oder?

Er: Ja… Aber du musst es wenigstens probieren!

Also probierte ich und fand es noch immer schrecklich. Nattô wird nie mein Freund.

Soweit zum dritten Tag, der vierte folgt demnächst. Mit viel Regen.

3 Gedanken zu „Hokuriku Tag 3: Noto.

  1. Oh, Wakura Onsen – dort sind wir auf unser Reise auch mal gelandet von Kanazawa aus, wir dachten, dass dies ein schöner Badeort am Meer wäre, war weit gefehlt und gefühlt das Ende der Welt, wenn wir jetzt irgendwo sind, wo es äußerst Tristesse ist, nennen wir die auch „Wakura Onsen“ ;-)) Das ist zum geflügelten Wort geworden.
    Aber Hauptsache Ihr habt Eure Tage dort genossen.
    Vielen Dank, dass Du uns unbekannter Weise an Deinem Leben in Japan teilhaben lässt,
    wir lesen Deinen Blog immer ganz gespannt und finden’s echt klasse wie Du berichtest.
    Ganbate onegai shimasu!

    • Wir haben alles im Reisebüro gebucht und es war halt der einzige Ort, bei dem es einen Ryokan gab, der noch nicht voll belegt war. Wakura ist natürlich schon etwas trist, aber nur um dort zu übernachten… 😉

  2. Pingback: Taifune sind halt nicht nur schlecht. | 8900 km. Berlin ⇔ 東京

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