Verheiratet allein.

Die eher uninspirierten Beiträge der letzten Tage sind das Ergebnis meiner absoluten Energielosigkeit. Das ist nicht mehr nur einfach Natsu-Bate, sondern Erschöpfung.

Mein Mann ist in letzter Zeit nicht mehr viel zuhause. Auf der Baustelle, die er beaufsichtigt, läuft seit Monaten so alles schief, was schiefgehen kann, und jetzt versucht man das in den letzten Zügen auszubügeln. Das heißt, dass mein Mann bis spät abends auf Arbeit ist, kurz vor Mitternacht nach Hause kommt und um sechs Uhr wieder aufsteht um zur Arbeit zu gehen. In seiner derzeitigen Position muss er nämlich der erste auf der Baustelle sein. Er ist am Tag also nur circa sechs Stunden zuhause, in denen schläft er. Dieses Wochenende ist das zweite, dass er durcharbeitet. Freie Samstag gibt es auch sonst nur spärlich.

Es ist also im Moment, als würde ich alleine hier wohnen und jemandes Wäsche mitwaschen. Nach fast zwei Jahren Fernbeziehung klingt das vielleicht etwas doof, aber ich will meine Wochenenden nicht allein verbringen müssen. Ohne meinen Mann machen Wochenenden keinen Spaß, ich kann mich nicht wirklich erholen und fühle mich eher, als wäre ich krank und müsste unter der Woche einen Tag zuhause bleiben.

Das wird demnächst hoffentlich wieder besser, aber solang man meinen Mann mit Absicht* auf schwere Baustellen schickt, wird es immer eine Zeit geben, die so ist wie jetzt. Doof.

* Man hält ihn wohl für einen sehr guten Mitarbeiter und versucht das auszunutzen.

Dazu kommt natürlich, dass ich im Moment tatsächlich etwas kränkele, die Kinder auf Arbeit sich entschieden haben total durchzudrehen und ich ab Dienstag Elterngespräche halten darf. Bin ich froh, wenn ich da wieder raus bin.

5 Gedanken zu „Verheiratet allein.

  1. Das tut mir natürlich sehr, sehr leid zu hören!
    Ich hoffe wirklich inständig, dass sich das ändern wird.

    Aber mal ganz ehrlich, wusstest du nicht vorher worauf du dich einlässt?
    Es ist ja bekannt, dass Japaner so viel arbeiten. Selbst ich, die weder verheiratet ist, noch jemals einen japanischen Freund hatte, hab das im Bekanntenkreis ja mitbekommen.
    Die Männer sind die ganze Zeit auf der Arbeit, sehen die Kleinen nicht aufwachsen – und hassen diese Situation.
    Der Mann meiner besten, japanischen Freundin ist auch so einer. Der fragt mich immer, ob das in Deutschland auch so wäre. Aber am Ende haben sie dann doch alle die „しょうがない“ (man kann ja eh nichts dran ändern) Einstellung.

    Daran wird sich wohl auch nichts ändern.
    Wenn mal weniger los ist, dann geht’s vielleicht eine Weile wieder „normaler“ zu bei deinem Mann, aber die nächste „Katastrophe“ lässt sicher nicht lange auf sich warten.

    Wenn dir das so zu schaffen macht (und ich versteh das total, mir ginge es ganz genauso), dann müsst ihr beide euch wirklich ernsthaft was überlegen.
    Eine Arbeit in Japan zu finden, bei der es nicht so krass zugeht, wird schwierig.
    Über kurz oder lang wird wohl nur ein Umzug in ein anderes Land eine Lösung sein.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und hoffe jetzt ganz fest, dass das von alleine besser wird!

    Lass dich nicht zu sehr stressen und versuch, deine Wochenenden ohne deinen Mann trotzdem irgendwie zu genießen!! :/

    • So viel, wie mein Mann arbeitet, ist tatsächlich überdurchschnittlich. Für den Monat September hat er bisher 70 Überstunden angesammelt. Er bekommt mehr als doppelt so viele Überstunden wie seine Kollegen aufgebrummt. Er arbeitet auch mehr als jeder seiner Freunde, die mit ihm den Uniabschluss gemacht haben. Dafür haben wir natürlich auch ein viel höheres Gesamteinkommen…
      Ich hoffe einfach darauf, dass es durch Beförderungen, irgendwann in ein Büro, besser wird.

  2. 70 ist viel… ich komme im Schnitt auf 50 Überstunden im Monat – eher mehr als weniger, und selbst das ist einfach mal zu viel. Dass das oftmals (nicht immer, wohlgemerkt) direkt proportional zum Gehalt steht, ist leider nicht zu leugnen. Viel Zeit und wenig Geld oder viel Geld, aber kaum Zeit, es zu genießen… die Qual der Wahl. Und mit Kindern wird die Wahl gleich noch enger.

    • Mein Mann macht im Moment im Monat durchschnittlich 120 Überstunden, was natürlich auch heißt, dass er einmal im Monat zum Firmenarzt muss, damit die gucken können, aber er psychisch stabil ist. Supidupi. Ich habe bei mir auf Arbeit nur äußerst selten Überstunden (jetzt halt mit den Elterngesprächen, aber bis auf manche Tage sind das lächerliche 30 Minuten, die ich länger da bin), deswegen sind 120 Stunden für mich unverständlich.

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