Japan, deine Arbeitsmoral.

Wenn mein Mann, der jeden Morgen um halb sieben das Haus verlässt, abends um sieben anruft, dass er jetzt nach Hause kommen würde, ist das früh. Daran habe ich mich inzwischen gewöhnt.

Einige Male im Monat geht’s zur 飲み会 (Nomikai, Trink-Treffen bei dem man gezwungenermaßen teilnehmen muss), da kommt er dann erst mit der letzten Bahn, also um eins, nach Hause. Auch daran habe ich mich widerstrebend gewöhnt.

Wenn mein Mann dort aber abgefüllt wurde, den Morgen damit beginnt sich zu übergeben, und dennoch darauf besteht arbeiten zu gehen, weil er sich nicht freinehmen könnte, werde ich sauer. Alles „Japaner arbeiten halt hart“-Gelabere kann mich nicht davon abhalten zumindest zu versuchen ihn umzustimmen. Meinetwegen könnte er auf Arbeit erzählen, dass seine fiese Ehefrau ihn eingesperrt und am Bett festgekettet hat, wäre mir vollkommen egal. Ich will nur nicht, dass mein Mann sich mit seinen 24 Jahren aus einem fehlgeleiteten Verantwortungsgefühl die Gesundheit ruiniert.

Er ist trotzdem losgezogen und ich mache mir Sorgen. Das ist dann das doofe Japan…

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