Hokkaidô, Teil 2: Obihiro

Als wir uns von 小樽 (Otaru) nach 帯広 (Obihiro) aufmachten, schien noch die Sonne. Leider nur kurzzeitig, denn kurz darauf fing es an heftig zu schütten und wir hatten einen weiten Weg vor uns. Auf dem Weg beschlossen wir, bei einer Farm vorbeizuschauen, aber dort war wegen des Regens nicht allzu viel los. Mittagessen und frische Milch waren trotzdem zu bekommen. Hokkaidô ist berühmt für seine Milcherzeugnisse, und viel der Milch und Butter, die bei uns im Laden stehen, kommen aus Hokkaidô.

In Hokkaidô gibt es viele alte, jetzt ungenutzte, Gleise. Durch die schiere Größe und dünne Besiedlung der Präfektur war es irgendwann nicht mehr finanziell vertretbar, Linien zu betreiben und so stehen an vielen Orten alte Bahnhofsgebäude, in einigen werden Touristeninformationen angeboten. Eine alte, damals von der Bahn genutzte, Bogenbrücke, die in (und früher sicher mal durch) den 糠平湖 (Nukabira-See) führt, wollten wir uns ansehen.

Also fuhren wir in die vom Navi angesagte Richtung, nur um von einem Tor an der Weiterfahrt gehindert zu werden: In dem Gelände gäbe es zu viele Autounfälle, und zu Fuß gehen sei auch nicht so super, weil in den Wäldern Bären lebten, die öfter mal Menschen angreifen würden. Wenn man unbedingt bis zur Brücke fahren wolle, dann doch bitte mit vorheriger Anmeldung. Also ging es wieder zurück nach Obihiro, kurz vorher sahen wir noch Rehe, die uns ganz gelassen anstarrten, nur um dann in den Birkenwäldern zu verschwinden.

Zurück am Hotel knurrte uns plötzlich der Magen, wie er das manchmal so tut, doch auf der Suche nach Nahrung fanden wir nichts Passendes. Die kleinen Geschäfte waren bis auf den letzten Platz gefüllt, und eigentlich waren wir zu fertig, um nach einem Restaurant zu suchen.

In solchen Fällen gibt es zum Glück Conbinis, 24-Stunden-Läden, die anders als die Berliner Spätis oder Tankstellen vieles führen, was man so braucht: Getränke, Essen, Fertigessen, dass einem auf im Laden aufgewärmt wird, Zeitschriften, Kosmetik, Batterien und Geldautomaten. In großen Teilen Hokkaidôs wird man übrigens beim Kauf eines Onigiri gefragt, ob man dieses aufwärmen lassen möchte. Wir hatten keinen Bedarf, haben uns aber jedes Mal gefreut, denn wir sind Fans der Sendung おにぎりあたためますか (Onigiri Atatamemasu ka; in etwa „Soll das Onigiri aufgewärmt werden?“), die mit der Prämise startete zu erforschen, bis wohin in Hokkaidô man danach gefragt wird. Japanisches Fernsehen…

Insgesamt war Obihiro eine kleine Enttäuschung, es ist einfach kein großartiger Touristenort. Dafür war das Hotel aber gut, wir haben im Richmond Hotel Obihiro Ekimae genächtigt, und im Nachhinein wünschte ich, ich hätte in all unseren Reisezielen einfach bei derselben Kette gebucht. Aber hinterher weiß man ja immer alles besser.

Im nächsten Eintrag geht’s nach 富良野 (Furano)!

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