Horrorgeschichten am hellichten Tag.

Heute ist mein halber Hochzeitstag. Mein Mann und ich sind seit sechs Monaten verheiratet. Leider können wir aber heute nichts unternehmen. Also schon mal keine gute Voraussetzung, damit dieser Tag doch noch total super wird.

Arbeit ist anstrengend, die Kinder hören nicht (sind ja auch noch ganz klein), ich bin also total fertig, als ich endlich nach Hause fahre. In der Nähe des Heimatbahnhofes gibt es zwei Conbini (24-Stunden-Läden), ich gehe also in einen, nehme mir was zu Essen, nehme mir was zu Trinken, stelle mich vor die Zeitschriften, finde aber nichts, als mich plötzlich jemand an die Schulter tippt.

Und ich einen mir vollkommen unbekannten Typen erblicke, der aber wahrscheinlich so alt ist wie mein Mann, also zwei Jahre älter als ich.

Ich: Was?

Er zeigt mir sein iPhone, er hat geschrieben: Hilf mir.

Ich: Warum?

Er schreibt, ich warte, könnte ja sein, dass irgendwas Schlimmes ist, ich bin da sehr gutgläubig.

Sein iPhone: Ich habe kein Geld.

Ich: Du, ich habe auch kein Geld.

Und ich gehe zur Kasse, bezahle, und laufe nach Hause.

Während ich nach Hause laufe, tippe ich auf mein Handy ein, das war dann doch eine sehr komische Situation. Ich will mich grad darüber beschweren, dass er mich nicht richtig angesprochen hat, und außerdem ein iPhone 4 hatte, als ich wieder angetippt werde.

Er: Lass uns Freunde werden.

Ich: Das ist jetzt ein bisschen…

Er: Nein?

Ich: Nein.

Und laufe ganz schnell nach Hause, gucke mich aber um, bevor ich das Haus betrete. Nachher weiß der noch, wo ich wohne.

Nun frage ich mich natürlich, warum hat der ausgerechnet mich angesprochen? Ich bin Ausländerin, es könnte also sein, dass ich gar kein Japanisch verstehe. Ich hätte auch einfach so tun sollen, als ob…

7 Gedanken zu „Horrorgeschichten am hellichten Tag.

  1. Wahrscheinlich war genau das der Kick für ihn.
    Wir hatten auch mal einen Stalker als ich nur mal im Urlaub war (da war’s dann nicht so schlimm, weil man ja bald das Hotel und die Stadt gewechselt hatte). Ich glaube, was das angeht, hat Japan echt die creepiest Kerle!! (x_____X“) …
    Was hat denn dein Mann dazu gesagt?

    • Ich weiß nicht, ich hatte da ja mal ein sehr viel ekligeres Erlebnis, ich hatte bei dem nicht so dass Gefühl, dass dem das irgendwie Spaß gemacht hat.
      Mein Mann kam abends nach Hause, war betrunken und erzählte mir, dass er den Typen töten möchte und am besten noch entmannen vorher. Ja. XD

  2. Ich denke auch, dass man gerade als Auslaenderin Interesse weckt, ohne es eigentlich zu wollen. Mir ist das hier auch schon oft passiert, dass mich hier im Bus andere Frauen mit grossen Augen gefragt haben, ob ich Auslaenderin bin (obwohl ja eigentlich gar nicht gesagt ist, dass ich die Frage auch verstehe, aber der Drang zur Kommunikation war wohl zu gross). Da die Busse hier innen nach Geschlechtern getrennt sind blieben mir solche Erlebnisse wie bei dir bis jetzt zumindest erspart 😉

    • Es ist in einer großen Stadt wie Tokyo, verbunden mit der generellen japanischen Zugeknöpftheit eigentlich eher eigenartig, wenn mich jemand anspricht und ich finde es fast immer unangenehm. =( (Die kommen dann an „Hello.“ und erwarten eine Reaktion.)

  3. Pingback: Glitzerglitzer, 80 Yen. « 8900 km. Berlin ⇔ 東京

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