Japanisches Sommerfest – 夏祭.

Letzte Woche Sonntag sind mein Mann und ich zu einem 夏祭 (Natsumatsuri, Sommerfest) gegangen. Obwohl ich mehrmals im Sommer in Japan war, war ich vorher noch nie auf einem Fest gewesen, irgendwie hatte es sich nie ergeben.

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Ich habe also meinen Yukata angelegt, und bin auf meinen Geta neben meinem Mann hergetrippelt.

Leider war es sehr voll, so dass wir viele Sachen nicht gemacht haben, aber generell gibt es vor allem viel Essen. Yakisoba, TakoyakiKakigoori und weitere Leckerheiten, versammelt auf engstem Raum. Leider auf engstem Raum mit vielen anderen Menschen. Ich bin seit kurzem ein großer Fan von Goldfischen, und auf jedem Sommerfest gibt es Goldfischfangen. Mit einem speziellen Käscher stochert man so lange im Wasser herum, bis die Fische freiwillig kommen, und man sie geschickt in eine Schüssel befördern kann.

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Ich hätte das gern ausprobiert, aber wie gesagt war auf dem Fest so viel Betrieb, dass ich auch dazu nicht gekommen bin. Keine Ahnung, wo ich den Fisch reingesetzt hätte, ich glaube, dass Goldfische nicht besonders gut in Badewannen überleben. Was mich zu der Frage bringt – wo bringen alle anderen ihre Fische hin? Werden die einfach wieder freigelassen?

Ansonsten hat mich die Stimmung wirklich sehr an ein Volksfest erinnert. Zwei Männer, die als Frauen verkleidet auf der Bühne Witze erzählt haben gab es auch.

Auf dem Weg nach Hause liefen wir eine schöne alte Straße in der Gegend entlang, als zwei Jungs von der Oberschule auf einem Fahrrad an uns vorbeikamen. „Oh, schau, eine Ausländerin!“ Ach wirklich?

Ich glaube bei solchen Kommentaren übrigens nicht, dass irgendjemand es böse meint. Man ist in Japan als Ausländerin* eine Ausnahme, und als Ausländerin mit Kimono und japanischem Mann eine ziemliche Seltenheit. Dass da geguckt wird ist klar. Ich werde den Yukata weiter tragen, und vielleicht bekomme ich ja für diese Neujahr sogar einen Kimono.

*In meiner Nachbarschaft gibt es an Ausländern nur schlecht gekleidete Männer über 30.

3 Gedanken zu „Japanisches Sommerfest – 夏祭.

  1. Dir ist das in Tokyo passiert? Ich hätte gedacht, das passiert nur in ländlichen Gegenden. In Hokkaido habe ich schnell gelernt, das gekonnt zu ignorieren (Da wurde ständig geschrieben „Gaijin“ und die Kinderchen blieben mit offenem Mund und ausgestrecktem Zeigefinger stehen). Gut, ich falle auf, weil ich so groß bin, wie der durchschnittliche japanische Mann (sprich, größer als meine japanischen Geschlechtsgenossinnen). Und graue Augen sind halt der Bringer. Aber in Tokyo und von Oberschülern hätte ich was anderes erwartet.

    • In Hokkaido hat gar keiner irgendwie darauf reagiert, dass ich Ausländerin bin, nur in einem deutschen Restaurant wurde ich gefragt, wo ich herkomme.
      Wo ich genau wohne gibt es tatsächlich nicht ganz so viele Ausländer wie vielleicht im Herzen Tokyos, aber wenn es irgendwelche knee-jerk Gaijin-Reaktionen („Welcome to Japan“ rief mir letztens einer entgegen) gibt, dann nur von Schülern.

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