Yukata für Faule und für Fleißige.

Da wir ja noch immer Sommer haben (auch wenn es morgens recht angenehm kühl ist), dachte ich mir, dass ich einfach weiter über traditionelle japanische Bekleidung spreche.

Ich finde es übrigens sehr schön, dass in Japan auch Kleidung, die es seit anno dazumal gibt, noch getragen wird. Vielleicht nicht jeden Tag, sondern nur zu bestimmten Anlässen, aber immerhin oft genug, als dass jedes Jahr viele der großen Modelabels ihre eigenen Yukata herausbringen. Das ist mal mehr und mal weniger erschwinglich, aber wenn man wirklich nicht zu viel Geld ausgeben will bekommt man ein Set meist schon ab 26€.

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Zum Yukata gehört immer auch der Obi, um das ganze Konstrukt zusammen zu halten. Eigentlich ist ein Obi einfach ein breiteres Stoffband, meist 3,6 m lang, das kunstvoll um den Oberkörper gewickelt wird. Wer sich das mal anschauen will, kann gern auf der Seite Yukatalism gucken, die ist zwar leider auf Japanisch dafür aber mit Animationen. Auf Videos sieht man meist nicht genau, was die Person da überhaupt veranstaltet, da sind Animationen sehr viel einfacher zu handhaben.

Als der Göttergatte und ich letztes Jahr in Hakone waren, gab es im Hotel Yukatas kostenlos auszuleihen, plus Obi. Die waren zwar etwas sehr schmal, weswegen die Schleife auf dem Bild nicht ganz eindrucksvoll ist, aber nach 45 Minuten und vor der Feststellung, dass es im Hotel einen Service gibt, der einem das bindet, hatten wir es endlich geschafft. (Falls jemand meckern will, dass der Yukata nicht gefaltet ist: Er war einfach zu kurz.)

Die Enttäuschung kam dann, als wir zum Essen gingen und alle anderen ihren Yukata einfach irgendwie gebunden hatten, weil die meisten Japaner das einfach nicht mehr können – dabei ist es wirklich nicht schwer. Damit die Japaner aber nicht völlig frustriert verzweifeln, verkaufen die meisten Läden vorgebundene Obi. So einer ist auch an meinem neuen Yukata befestigt.

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Dabei ist der Obi quasi ein Stoffschlauch mit Elastikband, und die Schleife wird einfach eingehakt. Geht natürlich viel schneller, sieht aber meiner Meinung nach nicht so schön aus, zumal mir die blöde Schleife im Gedrängel hin- und herrutschte. Entweder muss ich also lernen, die Schleife ordentlich zu befestigen (da gibt es sicher auch eine Möglichkeit), oder ich muss mir normale Obis anschaffen, und das brav selbst binden.

Man sieht übrigens auch öfter alte Damen im Kimono herumlaufen, und wenn ich einfach davon ausgehe, dass die sich selbst anziehen – nicht schlecht! Meinen Kimono-Kurs werden wir aber wohl verschieben müssen.

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